ELEKTROMAGNETISCHE STRAHLUNG ALLGEMEIN
Inhalt dieser Seite:
Einleitung und Informationsmaterial
"Mobilfunkstrahlung macht krank!" Das Monatsinterview im Landfreund Nr. 5/2007 fasst die heutige Problematik der elektromagnetischen Strahlungen und Felder zusammen. Im Visier ist vor allem der Mobilfunk.
Gepulste Mobilfunkstrahlung ist besonders schädlich Gepulst heisst, die Strahlung besteht aus lauter scharfen Einzelimpulsen, die in starrem Takt aufeinander folgen.
Wie die Mobilfunk-Industrie die Forschung und die Ärzteschaft für ihre Interessen zu instrumentalisieren versucht Medienmitteilung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte für den Umweltschutz vom 14. Februar 2007
Schweizerische Ärztezeitung: „Mobilfunk und Gesundheit“ aus der Sicht der AefU Das breite Spektrum der Meinungen zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Mobilfunktechnologie wird aus der Sicht einer Arbeitsgruppe der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) dargelegt.
Ein neues Krankheitsbild: Das Mikrowellensyndrom Beobachtung von Krankheitssymptomen unter dem Einfluss von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern.
Medizin und Baubiologie Aus Vorträgen zweier Ärztinnen, gehalten am Fachkongress vom 19.10.06 an der ETH Zürich
Malignes Melanom - nicht wegen zuviel Sonne! Untersuchungen schwedischer Forscher deuten darauf hin, dass der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) nicht in erster Linie durch die solare UV-Strahlung, sondern möglicherweise vor allem durch elektromagnetische Strahlung gefördert wird.
Problemfall Mobilfunk Artikel aus der Zürcher ÄrzteZeitung Nr. 3/2006
Einleitung und Info-Material
Im Jahre 1920 begann der kommerzielle Rundfunk zu senden. Während der militärischen Aufrüstung der 30er Jahre folgte die Entwicklung des Radars – zumeist gepulste Strahlung! Damals schon kam es zum Wissenschaftsstreit, ob nur thermische Wirkungen (= Gesundheitsschäden durch Gewebeerwärmung infolge starker Strahlung) oder auch nichtthermische Wirkungen (= biologische Effekte infolge Niedrigstrahlung) existieren. Bereits wurden beobachtete biologische Wirkungen von Funksendern als „Mikrowellen-Syndrom“ wissenschaftlich beschrieben.
Nach dem 2. Weltkrieg begann die Verschleierung der Existenz biologischer Wirkungen durch Militär, Behörden und Industrie. In den USA wurde mehr oder weniger aufs Geratewohl ein Strahlungsgrenzwert von 10 mW/cm² (194 V/m) festgelegt. In Osteuropa aber, wo umfangreiche Forschung über biologische Wirkungen betrieben wurde, war der Grenzwert etwa tausendmal (!) kleiner.
Dennoch verstummten die warnenden Stimmen auch im Westen nicht. Beispiele:
- 1971 kam ein zuhanden der
US-Regierung verfasster Untersuchungsbericht zum Schluss: «Die Folgen
einer Unterschätzung oder Missachtung der biologischen Schädigungen, die
infolge langdauernder Strahlungsexposition auch bei geringer ständiger
Strahlungseinwirkung auftreten könnten, können für die Volksgesundheit
einmal verheerend sein.» Der Bericht hatte keine Konsequenzen. In den
anschliessenden amtlichen Empfehlungen durften nur unverbindliche Hinweise
stehen.
- In einem 1000-seitigen
amerikanischen Fachbuch über Elektrobiologie von 1988 betrachtete dessen
Autor «den Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und
Krankheit als bewiesen, trotz der Tatsache, dass viele wichtige
Einzelheiten noch ungeklärt sind.» Heute spricht von diesem Buch
niemand mehr.
Man kann also vom Gesundheitsrisiko vermeintlich „schwacher“ elektromagnetischer Strahlung seit 7 Jahrzehnten wissen! Immer standen einzelne unabhängige, verantwortungsbewusste Persönlichkeiten für ihr Wissen gerade. Aber sie fanden zuwenig Widerhall. Militär, Behörden und Industrie waren stärker. Sie waren über Jahrzehnte so stark, dass heute die Meinung, biologische Schädigungen infolge Niedrigstrahlung seien „nicht bewiesen“, im herrschenden Wissenschaftsbetrieb als nicht mehr hinterfragtes Dogma verankert ist. Kein Wissenschafter kann gegen dieses zur Zeit vor allem durch die Industrie kräftig gestützte Dogma ungestraft verstossen.
(Bearbeiteter und ergänzter Auszug aus dem
Infoblatt „Gepulste Mobilfunk- und Rundfunkstrahlung“)
Material zu Ihrer Information und zum Weiterverteilen
- Infoblätter Gepulste Mobilfunk- und Rundfunkstrahlung. Auch schwache elektromagnetische Strahlung schadet der Gesundheit. Zu dieser Schädlichkeit trägt vor allem auch die Pulsung bei.
Hier
BIENEN, VÖGEL UND MENSCHEN
Die Zerstörung der Natur durch „Elektrosmog“
Von Ulrich Warnke
dieser Text als pdf-Datei
Heft 1 der Schriftenreihe „Wirkungen des Mobil-
und Kommunikationsfunks“, herausgegeben von der Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie. November 2007. Format DIN A4, 48 Seiten.
Wissenschaftlicher Beirat der Kompetenzinitiative:
Prof. Dr. rer. nat. Klaus Buchner; Prof. Dr. med. Rainer Frentzel-Beyme; Dr. rer. nat. Lebrecht von Klitzing; Prof. Dr. phil. Jochen Schmidt; Prof. Dr. iur. Erich Schöndorf; Dr. rer. nat. Ulrich Warnke; Prof. Dr. med. Guido Zimmer
„Unsere Zukunft wird sich nicht daran entscheiden, ob wir per Handy fernsehen können. Sie wird davon abhängen, ob wir die Gestaltung unserer Lebenswelt und das Verhältnis zur Natur wieder mehr an menschlichen, sozialen und ethischen Werten ausrichten.“ (Aus dem Vorwort)
Bestellung:
• Einzelexemplare à Fr. 8.50 plus Porto
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• Ab 10 bzw. 25 Exemplaren mit Rabatt bei www.diagnose-funk.org unter „Support / Broschüren“
Aus der Broschüre:
5. Zusammenfassung
Seit Jahrzehnten sind Forschungsergebnisse frei zugänglich, die zeigen, dass die natürlichen Elektro- und Magnetfelder und ihre Schwankungen lebenswichtige Bedingungen der Orientierung und Navigation für eine ganze Reihe von Tieren sind.
Ebenfalls seit vielen Jahrzehnten ist in der Wissenschaft auch bekannt, dass wir Menschen mit zahlreichen vitalen Funktionen von diesen natürlichen Gegebenheiten abhängen.
Heute jedoch wird dieses natürliche Informations- und Funktionssystem der Menschen, Tiere und Pflanzen von einer noch nie da gewesenen Dichte und Intensität künstlicher magnetischer, elektrischer und elektromagnetischer Felder zahlreicher Techniken des Mobil- und Kommunikationsfunks überlagert.
Die von Kritikern dieser Entwicklung seit vielen Jahrzehnten immer wieder vorhergesagten Folgen sind inzwischen nicht mehr zu übersehen. Bienen und andere Insekten verschwinden, Vögel meiden bestimmte Plätze und sind an anderen Orten desorientiert. Der Mensch leidet an Funktionsstörungen und Krankheiten. Und soweit sie vererbbar sind, gibt er sie als Vorschädigungen an die nächste Generation weiter.
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Das Monatsinterview im „Landfreund“ Nr. 5/2007 
Ein Baubiologe über gepulste Strahlung:
«Mobilfunkstrahlung macht krank!»
Das Interview des Chefredaktors des Schweizer Agrarmagazins „Landfreund“ mit dem Bauingenieur und Baubiologen Peter Schlegel gibt eine instruktive Zusammenfassung der heutigen Problematik der elektromagnetischen Strahlungen und Felder. Im Visier ist vor allem der Mobilfunk. Nebenbei erfährt der Leser etwas über die Entstehung der Bürgerwelle Schweiz.
Gepulste Mobilfunkstrahlung ist besonders schädlich
Vor übermässigem Handygebrauch wird heute immerhin sogar offiziell gewarnt. Aber die schwächere Antennenstrahlung soll angeblich unschädlich sein, so die Doktrin.
Jedoch: Die tausend- und abertausendfache Praxiserfahrung sagt eindeutig etwas anderes, und immer mehr neue wissenschaftliche Studien kommen zum selben Schluss: Sogar die angeblich „schwache“ Antennenstrahlung schadet. Dies vor allem auch deshalb, weil sie gepulst ist. Das heisst, sie besteht aus lauter scharfen Einzelimpulsen, die in starrem Takt aufeinander folgen. Immer mehr Anzeichen deuten darauf hin, dass zum Beispiel die Pulsung der GSM-Basisstationen von 8 Hertz einen besonderen Anteil an den Beschwerden und an der Entstehung von Krankheiten bei Antennenanwohnern haben könnte. Sie liegt im Bereich der Alpha-Gehirnwellenfrequenz, die von 8 bis 12 Hertz reicht. Aber auch alle andern modernen Funkdienste sind gepulst: UMTS (Standby), DECT-Schnurlostelefone, WLAN-Computerfunk, Bluetooth…
Anschauen oder Herunterladen und Weiterverbreiten der Infoblätter „Gepulste Mobilfunk- und Rundfunkstrahlung“ (Juli 2006) als pdf-Datei
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Wie die Mobilfunk-Industrie die Forschung und die Ärzteschaft für ihre Interessen zu instrumentalisieren versucht
Medienmitteilung vom 14. Februar 2007
Die Mobilfunk-Industrie versucht die gesundheitlichen Risiken der Mobilfunk-Technologie schönzureden. Sie nimmt dabei Einfluss auf die Forschung und versucht die Ärzteschaft zu beeinflussen. Die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz warnen vor gesundheitlichen Risiken, besonders bei Kindern. Sie fordern eine Förderung der industrie-unabhängigen Forschung, eine Senkung der Grenzwerte und halten an ihrem Moratorium für den Weiterausbau der Mobilfunk-Technologie fest.
Die Mobilfunktechnologie entwickelt sich rasant. Laufend werden neue Bedürfnisse kreiert und kein Mittel wird gescheut, die Bevölkerung - ja sogar Kinder - zum Gebrauch der Instrumente des Mobilfunks zu animieren. Je mehr diese Technik unseren Alltag durchdringt, desto mehr Geräte sind aktiv, desto mehr Antennen werden zur Versorgung benötigt und umso grösser wird die Belastung durch hochfrequente elektromagnetische Strahlung. Gemäss Umfragen leidet jeder zwanzigste Bewohner der Schweiz darunter.
Das Aufstellen neuer Antennen macht Angst und provoziert Widerstand. Prompt stehen mobilfunknahe ExpertInnen bereit, die „hysterischen Ängste“ der Bevölkerung zu zerschlagen. Gleichzeitig wird mit viel Geld und professionellem Marketing versucht, gesellschaftliche Autoritäten wie Behörden und ÄrztInnen von der Unbedenklichkeit dieser Technik zu überzeugen. Leserbriefe werden verfasst, Gemeinden schweizweit angeschrieben und für die Ärzteschaft wird eigens eine periodisch erscheinende Zeitschrift namens „frequentia“ geschaffen. Als PR-Instrument für diese einseitig interessengebundene Informationsflut dient das Forum Mobil, welches von den Anbietern der Mobilfunkindustrie finanziert und geführt wird.
In einem nächsten Schritt soll die Ärzteschaft gezielt mit dem Projekt MMG „Medizin–Mobilfunk-Gesundheit“ in ihrer Meinungsbildung beeinflusst werden. Vom Forum Mobil initiiert und von der Mobilfunkindustrie gut bezahlt soll ein Expertengremium von MedizinerInnen in repräsentativen Funktionen zusammen mit Strahlenfachleuten ein Konsenspapier ausarbeiten. Erklärtes Ziel dieses Projektes ist es, praktisch tätige MedizinerInnen zu belehren oder zu überzeugen, dass ihr Erfahrungswissen über durchaus plausible Zusammenhänge zwischen Beschwerden und Mobilfunk nicht dem aktuellen Forschungsstand entspreche und deshalb falsch sei. Die Mobilfunkindustrie will damit der Erfahrung der PraxisärztInnen in der Schweiz entgegentreten, die gemäss einer Umfrage in ihrer Sprechstunde tatsächlich Menschen mit Beschwerden sehen, die sie auf den Einfluss von elektromagnetischen Feldern zurückführen. Oft erscheint den ÄrztInnen der Zusammenhang zwischen den geschilderten Beschwerden und den elektromagnetischen Feldern plausibel, auch wenn dies bisher wissenschaftlich nur in wenigen Studien nachgewiesen werden konnte.
Wie subtil die Mobilfunkindustrie auch im Forschungsbereich Einfluss ausübt, zeigt die Analyse der bisherigen Studien. Forschungsprojekte, die von der Mobilfunkindustrie finanziert werden, zeigen nur in 30% einen gesundheitlichen Effekt, während gemischt oder öffentlich finanzierte Studien in über 70% einen Effekt nachweisen.
Renommierte ForscherInnen im In- und Ausland weisen darauf hin, dass durch Exposition von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern gesundheitliche Probleme entstehen können und mahnen zur Vorsicht, insbesondere bei Kindern. Dies erscheint umso wichtiger, als im Experiment Veränderungen am Erbgut nachweisbar sind. Ausserdem zeigen Studien zu Hirntumorrisiko und Handynutzung Hinweise, dass bei längerer Benützungsdauer das Hirntumorrisiko auf der Kopfseite, wo telefoniert wird, erhöht ist.
Die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz erachten es als notwendig, dass möglichst viel Forschung industrieunabhängig finanziert wird, wie z.B. das aktuelle nationale Forschungsprogramm. Zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Effekte von Umwelteinflüssen auf die Gesundheit der Bevölkerung ist ein nationales Krebsregister zu erstellen. Zusätzlich müssen die KonsumentInnen über die Möglichkeiten der Minimierung der Strahlung durch entsprechende Auswahl der Geräte, mögliche gesundheitliche Risiken und eine sinnvolle Nutzung strahlenemittierender Geräte informiert werden.
Unsere ärztliche Aufgabe ist es nicht nur, zur Heilung von Krankheiten beizutragen und Leiden zu lindern, sondern auch bei einem potentiellen Gesundheitsrisiko zur Vorsicht zu mahnen. Die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz halten deshalb an ihrer seit Jahren gestellten Forderung nach tieferen Grenzwerten fest und fordern ein Moratorium für den Weiterausbau der Mobilfunktechnologie. Nur so werden gesundheitlich verträglichere Technologien wirksam gefördert.
Weitere Auskünfte:
Frau Dr. med. Edith Steiner, Zentralvorstandsmitglied Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz
Leiterin Arbeitsgruppe elektromagnetische Felder, Schaffhausen
Tel. 052 620 28 28
Weiterführende Literatur:
• Homepage der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) www.aefu.ch
• Artikel in der Schweizerischen Ärztezeitung Nr. 6, 7. Februar 2007, www.saez.ch
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Schweizerische Ärztezeitung 2007;88: 6
Mobilfunk und Gesundheit
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Das breite Spektrum der Meinungen zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Mobilfunktechnologie wird in diesem Artikel dargelegt und aus der Sicht einer Arbeitsgruppe der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz bewertet. Die Notwendigkeit vorsorglicher Massnahmen und kontinuierlicher Forschung wird begründet. Bis zur weiteren wissenschaftlichen Klärung der Situation soll vom Ausbau der Mobilfunktechnologie abgesehen werden. Praktizierende Kolleginnen und Kollegen werden in einem wissenschaftlich begleiteten Projekt eine unabhängige medizinische Abklärungs- und Beratungsstelle für betroffene Patientinnen und Patienten aufbauen.
Arbeitsgruppe „Elektromagnetische Felder und Gesundheit“
der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz:
Dr. med. Edith Steiner-Rüedi
Dr. med. Yvonne Gilli
Med. pract. Cornelia Semadeni
Dr. med. dent Bruno Germann
Dr. med. Bernhard Aufdereggen
In den letzten Wochen wurde die Auseinandersetzung um die Frage nach dem Einfluss von Mobilfunkstrahlung auf die menschliche Gesundheit wieder intensiver geführt. Es scheint auch klarer zu werden, dass in dieser Auseinandersetzung um die öffentliche und damit politische Meinung die Ärzteschaft eine nicht unwichtige Rolle spielt.
Das Spektrum der Meinungen ist breit:
- Die mobilfunkindustrie-nahen „Experten“ wollen die Diskussion als beendet erklären und glauben genügend Evidenz zu sehen, um eine Unbedenklichkeitserklärung gegenüber den gesundheitlichen Auswirkungen von hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung im Einsatzbereich der Mobilfunktechnologie zu formulieren.
- Im Widerspruch dazu artikulieren sich betroffene Menschen, die ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit durch die negativen Auswirkungen des Mobilfunks massiv betroffen und bedroht sehen. Sie haben sich zusammengeschlossen in BürgerInnen-Bewegungen.
- Die Behörden – das Bundesamt für Umwelt – haben ein inzwischen vom Bundesrat beschlossenes Nationales Forschungsprogramm vorgeschlagen, um die Zusammenhänge zwischen elektromagnetischen Feldern und Gesundheit näher untersuchen zu lassen.
- Forscherinnen und Forscher erzielen oft nicht eindeutige Ergebnisse, viele Fragen werden aufgeworfen und auf weiteren Forschungsbedarf wird hinweisen.
Ist Mobilfunk ein Gesundheitsrisiko?
Nein! Sagt die Mobilfunkindustrie mit ihren Experten.
Unter dem Titel „Mobilfunk – ein Gesundheitsrisiko?“ richtet sich das Forum Mobil im Oktober 2006 an uns Ärztinnen und Ärzte der Schweiz. Das Forum Mobil ist ein PR-Instrument der Mobilfunkanbieter-Industrie, das sich schon verschiedentlich mit entsprechend gewichteten Informationen an die Ärzteschaft gerichtet hat. Die in der Aussendung vermittelte Botschaft geht davon aus, dass sich in letzter Zeit Berichte gehäuft hätten, „wonach von immer mehr Ärzten eine Zunahme von Erkrankungen beobachtet werde, die durch Mobilfunksendestationen verursacht sein sollen.“ Aus der Sicht des Forum Mobil präsentiert uns die Wissenschaft ein ganz anderes Bild. Wir Ärztinnen und Ärzte sollen davon überzeugt werden, dass „die grosse Mehrzahl der Studien keinen Zusammenhang zwischen Funkwellen und negativen Einflüssen auf die Gesundheit zeigt“.
Einen Schritt weiter geht das vom Forum Mobil initiierte Projekt MMG: Medizin – Mobilfunk – Gesundheit. Als Ausganglage für dieses Projekt wird vom beauftragten PR-Büro angeführt, dass „basierend auf dem heutigen Wissensstand keine gesundheitliche Gefährdung durch elektromagnetische Felder besteht, solange die gültigen Grenzwerte und Empfehlungen eingehalten werden.“ Trotzdem würden „sich viele Leute Sorgen um die eigene Gesundheit machen, speziell in Bezug auf die Strahlung von Handy-Basisstationen und Handys selbst.“ Als ein Teil des Problems wird die allzu vorsichtige Formulierung der „Wissenschaft“ angeführt. Aber das wesentliche Problem scheinen wir Ärztinnen und Arzte zu sein: „Unterstützt wird diese diffuse Angst aber auch durch das Verhalten vieler Ärzte. Umfragen haben nämlich gezeigt, dass eine Mehrheit der Allgemeinpraktiker in der Schweiz der Meinung ist, Mobilfunkstrahlung sei für konkrete Beschwerden in der Bevölkerung verantwortlich. Offenbar werden die bis heute verfügbaren Resultate aus Studien und Beobachtungen nicht in die Überlegungen übernommen oder erst gar nicht wahrgenommen.“ Ein PR-Büro hat „Experten“ zu einer Sitzung eingeladen. Diese sollen ein Konsenspapier absegnen und Empfehlungen an den Hausarzt formulieren. Geplant sind auch Patientenbroschüren.
Dass die Mobilfunk-Industrie auch im Forschungsbereich Einfluss ausübt, zeigte eine Studie der Institute für Sozial- und Präventivmedizin der Universitäten Bern, Basel und Bristol[1]: Nur 30% derjenigen Mobilfunkstudien, welche von der Industrie finanziert wurden, zeigten gesundheitsrelevante Effekte, während über 70% der gemischt oder öffentlich finanzierten Studien einen Effekt zeigen.
Die WHO hat in den letzten Jahren unter der Leitung von Dr. Mike Repacholi ein EMF-Projekt vorangetrieben und Positionspapiere (Fact-Sheets) publiziert. Diese haben die Gesundheitsgefahren durch den Einfluss von elektromagnetischen Feldern oft als sehr gering bewertet. Dr. Mike Repacholi ist von Kritikern wiederholt die Nähe zur Industrie vorgehalten worden. Nachdenklich stimmt in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass Repacholi nur wenige Monate nach dem Verlassen seines Postens bei der WHO als Berater der Elektro-Industrie (Connecticut Light and Power Company) aufgetreten ist[2].
Ist Mobilfunk ein Gesundheits-Risiko?
Wir wissen noch zu wenig, um die Frage klar zu beantworten – sagen viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz verfolgen seit Jahren in engem Austausch mit Wissenschaftlern den aktuellen Wissensstand.
Die Frage, ob elektromagnetische Felder bzw. nicht ionisierende Strahlen (NIS) sich negativ auf die Gesundheit auswirken könnten, wird von den Wissenschaftlern kontrovers beantwortet. Der Erkenntnisprozess, ob und in welchem Ausmass elektromagnetische Felder unter Alltagsexposition krank machen können, braucht Zeit. Die Datenlage ist noch unzureichend. Die Studienergebnisse sind zum Teil widersprüchlich und die technologische Entwicklung ist derart rasant, dass die Prüfung des Gesundheitsschutzes dem technischen Fortschritt nachhinkt. Auf jeden Fall wird auf den Bedarf nach weiterer Forschung hingewiesen[3] [4].
Forscher weisen darauf hin, dass gesundheitliche Probleme durch die Exposition mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern entstehen können, mahnen zur Vorsicht und zu mehr wissenschaftlicher Arbeit. So etwa weist Prof. Primo Schär von der Universität Basel anlässlich seiner Präsentation in der von der Forschungsstiftung Mobilkommunikation organisierten Veranstaltung „Science Brunch“ in Zürich im Juni 2006 in einer Folie zusammenfassend darauf hin:
• „Wir wissen, dass elektromagnetische Felder unsere Gene stressen!
• Wir wissen nicht, ob dieser Stress die Gene nachhaltig schädigen kann!
• Es ist wahrscheinlich, dass sich die gentoxische Wirkung der EMF nicht auf alle Individuen gleichermassen auswirkt!
• Weniger ist Mehr? – Handys mit niederen „SAR“-Werten; Zeit der Exposition limitieren.
• Mehr Forschung!“[5]
Ist Mobilfunk ein Gesundheits-Risiko?
Die Behörden halten an den geltenden Grenzwerten fest, sehen aber Handlungsbedarf im Forschungssektor.
Auf Initiative des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) und mit Unterstützung weiter Kreise in Verwaltung, Politik, Forschung und von Nichtregierungsorganisationen wurde vom Bundesrat im März 2005 das Nationale Forschungsprogramm (NFP 57) „NIS, Gesundheit und Umwelt“ angenommen. Für dieses Projekt wurden 5 Millionen Schweizer Franken bewilligt. Unabhängig – hier staatlich - finanzierte Forschung hat in diesem umstrittenen Forschungsgebiet eine eminente Bedeutung. So ist sie der Einflussnahme der Mobilfunkindustrie entzogen.
Im Bericht einer nationalen interdepartementalen Arbeitsgruppe zum Gesundheitsschutz vor nichtionisierender Strahlung wird im April 2006 festgehalten, dass das Nationale Forschungsprogramm einen grossen Schritt in die richtige Richtung darstellt. Die Arbeitsgruppe fordert jedoch noch mehr: „Es sind die strukturellen und finanziellen Voraussetzungen für eine langfristig angelegte Forschung zu den Gesundheitsrisiken von nichtionisierender Strahlung zu schaffen. Es ist ein nationales Krebsregister einzurichten.[6]“
Ist Mobilfunk ein Gesundheits-Risiko?
Die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) halten im Interesse der betroffenen Personen an einem Moratorium für den Weiterausbau der Mobilfunktechnologie fest.
In unserer Sprechstunde sehen wir von der AefU, wie auch - wenn wir der oben angeführten Umfrage von Huss et al. Glauben schenken wollen – viele Kolleginnen und Kollegen in der Praxis Menschen, die plausibel Beschwerden im Zusammenhang mit der Mobilfunktechnologie (Antennen und/oder Handys und/oder DECT-Telefonen) schildern. Die zahlreich dokumentierten Einzelfallberichte mit Beschwerden um Basisstationen oder im Zusammenhang mit hausgemachter Mobilfunkbelastung konnten bisher epidemiologisch nicht sicher in einen Zusammenhang gebracht werden. Eine wissenschaftlich gesicherte Zuordnung der Beschwerden zu den Quellen gelang nicht eindeutig. Eine erste Studie aus Österreich, die die gemessene Belastung der Menschen in ihren Schlafräumen mit Symptomen in einen Zusammenhang brachte, ergab einen Zusammenhang zwischen der Höhe der Strahlenbelastung und den Beschwerden[7].
Daher ist vor dem weiteren Ausbau der Mobilfunktechnologie die Frage der Beeinflussung des Wohlbefindens von empfindlichen Menschen zu klären.
Wir erhoffen uns vom NFP 57 in diesem Bereich eine zusätzliche Klärung der Situation. Weiterhelfen wird sicher auch die neue Möglichkeit der individuellen Dosimetrie, die bis vor kurzem nicht zur Verfügung stand.
Über die offene Frage der Beeinflussung des menschlichen Genoms durch die Mobilfunkstrahlung wurde weiter oben berichtet. Auch sind die Fragen rund um den Einfluss von Mobilfunkstrahlung auf Hirntumore nicht definitiv geklärt. Hardell berichtet in einer aktuellen Uebersichtsarbeit über vermehrtes Auftreten von Akustikus-Neurinomen und andern Hirntumoren bei Langzeitnutzung von Mobilfunktechnologie[8]. Die Beeinflussung des menschlichen Genoms durch die Mobilfunkstrahlung käme hier als mögliches Modell in Frage. Um die Zusammenhänge zwischen Krebsentstehung und Mobilfunk genauer abzuklären, unterstützen wir die Forderung der interdepartementalen Arbeitsgruppe nach kontinuierlicher und unabhängig finanzierter Forschung und nach einem nationalen Krebsregister. Im Elektrosmog-Fenster unserer Homepage (aefu.ch) finden Sie eine ausführliche Uebersicht über den erfahrungsmedizinischen und naturwissenschaftlichen Erkenntnisstand.
Ist Mobilfunk ein Gesundheits-Risiko?
Wo Bedenken für eine Beeinflussung der Gesundheit der Menschen bestehen, ist Vorsorge angebracht.
Es ist Aufgabe der Ärzteschaft, Krankheiten nicht nur zu heilen oder vorzubeugen, sondern auch bei einem potentiellen Gesundheitsrisiko zur Vorsorge zu mahnen.
Aufgrund des jetzigen Wissensstandes unterstützen wir deshalb die Forderung der Bundesbehörden nach einem vorsorgeorientierten Umgang mit nicht ionisierenden Strahlen im Alltag[9], insbesondere begrüßen wir Bestrebungen nach vermehrter Aufklärung der Bevölkerung hinsichtlich des Gefahrenpotentials von NIS-emittierenden Geräten und entsprechenden Empfehlungen zur Reduktion der Strahlenbelastung. Auf unserer Homepage[10] finden Sie einen Internetratgeber für Ihre Patienten, mit einfachen und kostenlosen Tipps zur individuellen Reduktion der Elektrosmogbelastung.
Unabhängige umweltmedizinische Beratungsstelle
Wir wollen mit der unabhängigen umweltmedizinischen Beratungsstelle dazu beitragen, dass betroffene Menschen kompetent und unabhängig beraten und betreut werden.
Eine 2005 in der Schweiz durchgeführte Bevölkerungsbefragung ergab, dass 5 % der Bevölkerung Beschwerden im Zusammenhang mit Elektrosmog angaben, wobei nur 13 % der Betroffenen deshalb ihren Hausarzt aufsuchten. In einer Aerztebefragung aus dem Jahr 2005 gaben Kolleginnen und Kollegen aus der Grundversorgung an, dass bei 2/3 von ihnen in Konsultationen schon mal Beschwerden im Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern zur Sprache gekommen sind. Dabei sind Arztkonsultationen wegen Problemen rund um Elektrosmog selten, aber zunehmend. Interessant ist aber, dass 54% der Schweizer Ärztinnen und Ärzte einen Zusammenhang zwischen den geschilderten Beschwerden und der vermuteten Elektrosmogquelle als plausibel erachtete.
Die Diskrepanz zwischen Erfahrungsmedizin und Wissenschaft erfordert eine unvoreingenommene, unabhängige und möglichst sachliche Haltung der Ärzteschaft. Eine Pilotstudie einer umweltmedizinischen Beratungsstelle unter der Leitung von Frau Prof. Dr. med. Charlotte Braun vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin Basel aus dem Jahr 2001 zeigte, dass auch ein bestens informiertes interdisziplinäres Expertenteam bei einem Teil der untersuchten elektrosensiblen Patienten Beschwerden im Zusammenhang mit Elektrosmog als plausibel beurteilte, obwohl die geltenden Grenzwerte eingehalten worden waren.
Unter diesen Aspekten begründet sich unser Vorhaben, eine unabhängige umweltmedizinische Beratungsstelle zu schaffen. Ein loses Netzwerk umweltmedizinisch geschulter Grundversorger soll Betroffenen und Ärztinnen und Ärzten eine niederschwellige und unabhängige Anlaufstelle bieten. Ein modulartig aufgebautes standardisiertes Vorgehen mit bedarfsweisem Beizug von Spezialärzten/Universitären Instituten und Baubiologen bzw. Messtechnikern soll eine wissenschaftliche Aufarbeitung der ermittelten Daten ermöglichen. So soll eine Schnittstelle zwischen Erfahrungsmedizin und Grundlagenforschung geschaffen werden. Wir werden darüber berichten.
Korrespondenzadresse:
Frau Dr. med. Edith Steiner-Rüedi
Friedbergstrasse 32
8200 Schaffhausen
[1] A. Huss, M. Egger et al. Source of Funding and Results of Studies of Health Effects of Mobile Phone Use: Systematic Review of Experimental Studies; Environmental Health Perspectives, Sept. 2006
[2] Siehe Microwave News; Nov 13, 2006 und Antwort von Repacholi vom 15. November 2006
[3] Schreier et al.: The Prevalence of Symptoms Attributed to Electromagnetic Field Exposure: A Cross Sectional Representative Survey in Switzerland; Soz Preventive Med 51 (2006) 202-209
[4] M.S. Pearce et al: Paternal Occupational Exposure to Electro-Magnetic Fields as a Risk Factor for Child and Young Adults: A Case-Control Study from the North of England; Pediatr Blood Cancer; 2006;
[5] Der Vortrag von Prof. Primo Schär kann eingesehen werden unter www.mobile-research.ethz.ch/dienstleistungen (unter Science Brunch 4, Referat Primo Schär)
[6] Nichtionisierende Strahlung und Gesundheitsschutz in der Schweiz; Überblick, Handlungsbedarf und Empfehlungen; Bericht einer interdepartementalen Arbeitsgruppe des Bundes in Erfüllung des Postulats Sommaruga; April 2006
[7] Hutter et al.; Subjective Symptoms, Sleeping Problems, and Cognitive Performance in Subjects Living Near Mobile Phone Base Stations; Occupational and Environmental Medicine 2006; 63; 307-313.
[8] Hardell et al.: Tumor risk associated with use of cellular telephones or cordless desktop telephones; World Journal of Surgical Oncology; 2006, 4:74
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Ärzteinitiative Bamberger Appell
Dr.med.Cornelia Waldmann-Selsam
Karl-May-Str. 48, D-96049 Bamberg
Tel. 0951-12300, Fax 0951-2972506
Oktober 2006
Ein neues Krankheitsbild: Das Mikrowellensyndrom
Beobachtung von Krankheitssymptomen unter dem Einfluss von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern
(Mobilfunksender, schnurlose DECT-Telefonanlagen, WLAN, Handy u.a.)
Von Oktober 2004 bis Oktober 2006 wurden bei über 1600 Personen an 220 Mobilfunkstandorten (zu Hause oder am Arbeitsplatz) Befragungen und Messungen durchgeführt. Die orientierenden Summenmessungen (800 MHz – 2500 MHz) erfolgten mit dem Gerät HF 38B der Firma Gigahertz Solutions.
Zusammenfassung
Die gepulsten hochfrequenten elektromagnetischen Felder (von Mobilfunksendeanlagen, schnurlosen DECT-Telefonen, Handy, WLAN u.a.) führen weit unterhalb der gültigen Grenzwerte zu einem neuen, vielschichtigen Krankheitsbild mit charakteristischer Symptomenkombination.
- Die Menschen leiden an einem, mehreren oder vielen der folgenden Symptome: Schlafstörungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Unruhe, Benommenheit, Reizbarkeit, Aggressivität, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen, depressive Stimmung, Antriebslosigkeit, Angststörungen, Panikattacken (nachts; auf Autobahnen), Brennen innerlich, inneres Zittern, Ohrgeräusche, Hörverlust, Hörsturz, Geräusche im Kopf, Lärmempfindlichkeit, Geruchsempfindlichkeit, Nasenbluten, Sehstörungen, Augenentzündungen, Augenschwellungen, Lichtempfindlichkeit, Hautveränderungen (Rötungen, Pigmentierung, Gesichtsblässe, Ringe unter den Augen), Brennen oder Kribbeln der Haut, Juckreiz, häufige Infekte, Nebenhöhlenentzündungen, Nackenschmerzen, Gelenk- und Gliederschmerzen, Nerven- und Weichteilschmerzen, Taubheitsgefühl, Koordinationsstörungen, Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Blutdruckerhöhung (anfallweise oder dauerhaft), Schilddrüsenprobleme, Haarausfall, Hormonstörungen, Appetitlosigkeit oder ständiges Hungergefühl, Übelkeit, Gewichtsabnahme oder Gewichtszunahme, Frösteln, nächtliches Schwitzen, häufiges nächtliches Wasserlassen, Zähneknirschen.
- Schon ab 10 μW/m² [= 0.06 V/m] erkranken Menschen (bei UMTS schon ab 0,1 μW/m² [= 0.006 V/m])
- Die Symptome treten in zeitlichem und räumlichem Zusammenhang mit der Exposition auf.
- Viele Betroffene waren vorher beschwerdefrei.
- Häufig erkranken etliche Anwohner nach Inbetriebnahme eines Senders (es variiert nur der Zeitpunkt des Auftretens von Symptomen: sofort, nach Tagen, Wochen oder Monaten; dies ist abhängig von der individuellen Konstitution, von bestehenden Grunderkrankungen, von der Aufenthaltsdauer im belasteten Wohnraum, von dem Frequenzbereich, von der Feldstärke, vom Frequenzgemisch aus verschiedenen Richtungen, vom gleichzeitigen Vorhandensein von Rundfunk- und Fernsehsendern.)
- Es handelt sich keineswegs nur um subjektive Befindlichkeitsstörungen. Durch fachärztliche Untersuchungen waren Herzrhythmusstörungen, extreme Blutdruckschwankungen, EEG-Veränderungen, cerebrale Durchblutungsstörungen, Hörsturz, Visusverlust, Hormonstörungen, Konzentrationsveränderungen von Neurotransmittern, Konzentrationsveränderungen verschiedener Blutparameter, kognitive Störungen und anderes objektiv nachgewiesen worden. Veränderungen im Gesicht, an der Haut und am Haupthaar waren für den Arzt sichtbar. Die Ärzte hatten jedoch in den ersten Jahren nach Hochfrequenzexposition keine pathologischen Organbefunde erheben können, die diese Symptome hätten erklären können.
- Die symptomatische, medikamentöse Therapie (Betablocker, Schlafmittel, Schmerzmittel, Psychopharmaka, Antirheumatika, Antihypertensiva, Augentropfen) hilft nur mangelhaft.
- Apotheker stellen fest, dass diese Medikamente gehäuft rund um Standorte verordnet werden.
- Zischende Geräusche oder Brummen im Kopf, Ohrgeräusche, Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen, Augenschwellungen, Brennen der Haut, Unruhe, Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen, Konzentrationsstörungen, chronische Erschöpfung, Infektanfälligkeit, Antriebslosigkeit, Zähneknirschen, nächtliches Schwitzen und Haarausfall sind meist nicht therapierbar.
- Häufig erkranken gleichzeitig auch Tiere und Pflanzen.
- An manchen Standorten kommt es zu technischen Störungen (Autoelektronik, Garagenöffner, Telefon, Fernsehapparat, Aufzug )
- Es konnte kein zeitlicher Zusammenhang mit maßgeblichen Veränderungen in den Häusern (neuer Bodenbelag, neue Sofamöbel, neue Farben, Gebrauch von Insektiziden) hergestellt werden.
- Die Entstehung der Symptome durch außergewöhnlichen beruflichen oder sozialen Stress konnte meist ausgeschlossen werden. Jedoch kommt es häufig in der Folge von Hochfrequenzbelastung am Arbeitsplatz und zu Hause zu extremem täglichen Stress.
- Ein großer Teil der Symptome verschwindet nach Beendigung der Exposition (Ortswechsel vorübergehend oder dauerhaft, Entfernung des DECT-Telefons, Entfernung des WLAN-Zugangs, Abschirmung), wenn diese noch nicht zu organischen Schäden geführt hat. Die Zeitspanne bis zum Verschwinden variiert individuell und ist abhängig von der Dauer der stattgefundenen Hochfrequenzexposition. Viele Betroffene haben Zuflucht gesucht bei Verwandten und Bekannten, in Ferienwohnungen und Pensionen, im Keller oder im Wald. Viele sind umgezogen, wenn sie es finanziell ermöglichen konnten.
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Medizin und Baubiologie
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Internationaler Fachkongress vom 19.10.2006 an der ETH Zentrum, Zürich
Aus den Vorträgen zweier Ärztinnen, gehalten anlässlich dieser Tagung über innenraumbedingte Erkrankungen (Raumluftschadstoffe) und Erkrankungen durch elektromagnetische Felder und Strahlungen, folgen nachstehend Auszüge.
Im Einführungsreferat gab Yvonne Gilli einen Situationsbericht über das Verhältnis der Ärzteschaft zu den umweltbedingten Erkrankungen. Sie wehrte sich gegen die übliche Klassifizierung solcher Patienten als psychosomatische Fälle. Die vom BAG unterstützte Forschung beurteilte sie als zuwenig praxisrelevant. Die ärztliche Hilfe bei umweltmedizinischen Fragestellungen solle verbessert werden.
In ihrem Referat über das „Mikrowellensyndrom“ schilderte Cornelia Waldmann-Selsam die anfängliche Ratlosigkeit von Ärztekollegen bei ihren beunruhigenden Beobachtungen an Patienten im Zusammenhang mit Mobilfunkstrahlung und präsentierte einige Ergebnisse ihrer zahlreichen Abklärungen bei Betroffenen.
Die Hausärztin als Brückenbauerin zwischen Erfahrung und Wissenschaft
Dr. med. Yvonne Gilli, Fachärztin für Allgemeinmedizin FMH, Wil SG
[…] Unspezifische funktionelle Beschwerden machen heute bis zu 30% der Arztbesuche in der Praxis aus. Sie werden oft klassifiziert als psychosomatische Krankheit. Mit dieser Diagnose konfrontiert, fühlen sich viele Patienten vor allem dann nicht ernst genommen, wenn einerseits kausale Ursachen wie vermutete Umweltbelastungen wie Lärm oder Elektrosmog nicht seriös abgeklärt werden, und anderseits die Diagnose einer psychiatrischen Krankheit und deren Bedeutung für die Krankheitssymptome nicht bewusst und professionell kommuniziert wird. […]
Betrachte ich eine Aufzählung der durch das BAG [Bundesamt für Gesundheit] unterstützten Forschungsprojekte im Bereich EMF [elektromagnetische Felder], so wurden seit 2001 17 Projekte mitfinanziert, von denen gerade 4 unmittelbar praxisnah und -relevant sind. Die jetzige EMF-Forschung ist praktisch nicht vernetzt mit praktisch tätigen AerztInnen und, obwohl oft Fragestellungen zu gesundheitlichen Risiken im Vordergrund stehen, sind AerztInnen nur marginal, wenn überhaupt, beteiligt. Könnte hier mit ein Grund liegen, warum bei der Beschreibung von Krankheiten, welche durch EMF erzeugt werden, heute oft der bagatellisierende Begriff der Befindlichkeitsstörung verwendet wird? Ist die Absenz der Aerzteschaft mitbedingt durch die Tatsache, dass es in der Schweiz weder eine strukturierte Weiterbildung noch einen Facharzttitel für Umweltmedizin gibt? Für Patienten bedeutet dies, dass Betroffene nicht selten einer Aerztin gegenüber sitzen, die wenig Fachwissen über mögliche umweltbedingte Krankheiten einbringen kann. Liegt darin ein Grund, dass heute viele Betroffene sich nicht der Aerztin, sondern Baubiologen oder Paramedizinern anvertrauen? […]
Die Aerzte und Aerztinnen für Umweltschutz initiieren aktuell ein Projekt, das über die Schweiz verteilt im Rahmen bestehender Arztpraxen spezialisierte umweltmedizinische Abklärungen und Beratungen anbieten wird. Wir werden dazu auch die Mitarbeit von baubiologisch und messtechnisch Tätigen benötigen. Wichtig für diese Zusammenarbeit ist uns die Unabhängigkeit und die Bereitschaft, Messungen auf der Basis von standardisierten Protokollen durchzuführen. Unser Ziel ist die kompetente ärztliche Hilfe bei umweltmedizinischen Fragestellungen. Durch eine gute Dokumentation könnten solche spezialisierten Umweltpraxen in der heutigen Zeit eine Art Frühwarnsystem darstellen. Hier gemachte Erfahrungen können in eine praxisnahe Forschung integriert werden.
In diesem Sinn sehe ich die hausärztliche Erfahrungsmedizin als Brücke zur Wissenschaft. Die Aerzte und Aerztinnen für Umweltschutz möchten mit ihrem Projekt dem Hausarzt wieder die Kompetenz verleihen, auch Haus-Arzt zu sein.
Ein neues Krankheitsbild, das Mikrowellensyndrom
Dr. med. Cornelia Waldmann-Selsam, Bamberg
In Oberfranken hatten die meisten Ärzte bis vor zweieinhalb Jahren den offiziellen Stellungnahmen, dass es unterhalb der Grenzwerte keine Gesundheitsschäden gäbe, vertraut.
Wir Ärzte wussten nicht, dass an keinem einzigen Mobilfunkstandort in Deutschland wissenschaftliche Untersuchungen über den Gesundheitszustand der langzeitexponierten Anwohner durchgeführt worden waren. Wir wussten nicht, dass an verschiedensten Orten in Deutschland einzelne Ärzte schon seit 12 Jahren das gehäufte Auftreten von Erkrankungen in örtlichem und zeitlichem Zusammenhang mit der Inbetriebnahme von Sendern (Mobilfunk, Rundfunk, Fernsehen, Richtfunk, DECT-Telefonanlagen u.a.) beobachtet und an die zuständigen Behörden gemeldet hatten.
Wir wussten nicht, dass in Spanien schon im Jahr 2001 viele Mobilfunksender abgeschaltet und abgebaut worden waren, weil in benachbarten Schulen und Wohngebieten jeweils mehrere Kinder, Jugendliche und Erwachsene in kurzer Zeit an Leukämien und Tumoren erkrankt waren.
In unseren Ärztezeitschriften wurde weder über die beunruhigenden Beobachtungen von niedergelassenen Ärzten noch über die mobilfunkkritischen wissenschaftlichen Ergebnisse berichtet.
Die Ärzte zogen daher bei den vielen unklaren Krankheitsbildern und bei der raschen Zunahme von Tinnitus, psychischen Störungen, ADS-ähnlichen Störungen bei Kindern und Erwachsenen, Schlafstörungen, Herzrhythmusstörungen, Hypertonie, Kopfschmerzen, Schwindel, Depressionen, Angststörungen, reversiblen Alzheimer-ähnlichen Störungen, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes, Fibromyalgie, Gelenkbeschwerden und Panikattacken u.a. in den letzten Jahren nie die Hochfrequenzbelastung als Ursache in Erwägung. Dabei war die Hochfrequenzexposition der Bevölkerung seit 1992 durch die Installation von Mobilfunksendern kontinuierlich angestiegen, zunächst stellenweise. Ab 1996 kam es durch die Einführung der schnurlosen DECT-Telefone innerhalb weniger Jahre zu einer flächendeckenenden Hochfrequenzbelastung. Mit der Verbreitung der Handynutzung und später der Einführung von WLAN ist die Hochfrequenzbelastung eines Großteils der Bevölkerung einschließlich der Säuglinge, Kleinkinder, Schulkinder und Jugendlichen exponentiell angestiegen. Und sie nimmt täglich weiter zu. Durch fehlendes Wissen wurden jahrelang viele Fehldiagnosen gestellt.
In Bamberg erkannten einzelne Kollegen erst 2003 den Zusammenhang zwischen Hochfrequenzexposition und Erkrankungen, als ganze Familien in der Nähe von Mobilfunksendern schlagartig erkrankten ohne erkennbare medizinische Ursache. Der Verdacht fiel auf den nahegelegenen Mobilfunksender. Nach Umzug wurden diese Betroffenen schnell wieder gesund ohne jegliche medikamentöse Therapie. Die Beendigung der Exposition hatte die Menschen geheilt.
Außerdem traten bei etlichen Kollegen nach Anschaffung von DECT- Telefonen Gesundheitsprobleme auf, welche nach Entfernung dieser Geräte prompt wieder verschwanden.
Im Juli 2004 wendeten sich 130 Ärzte und Ärztinnen im Bamberger Appell an die Öffentlichkeit. Sie forderten darin einen Ausbaustopp des Mobilfunknetzes, eine massive Senkung der Grenzwerte, Aufklärung über die Gesundheitsrisiken, Nutzungseinschränkung für Kinder und Jugendliche und Überarbeitung des DECT-Standards. [Es folgt der Wortlaut des Bamberger Appells, siehe auch www.aerzte-warnen-vor-mobilfunk.de]
Nach der Veröffentlichung dieses Appells baten viele Menschen die Ärzteinitiative um Hilfe: Ärzte, Anwohner von Mobilfunksendern, Bürgermeister, Kommunalpolitiker, Nutzer von DECT-Telefonen, Handynutzer, Mitarbeiter in Büros, Betrieben, Kindergärten, Krankenhäusern und Altenheimen mit DECT-Telefonanlagen, Mitarbeiter an Arbeitsplätzen mit WLAN, Mitarbeiter von Netzbetreibern, Studenten, Lehrer, Schuldirektoren, Eltern.
Daraufhin begannen wir ärztliche Erhebungen (Befragung und orientierende Hochfrequenzmessung) an Mobilfunkstandorten durchzuführen. Die Symptome erfassten wir mit dem Fragebogen auf der folgenden Seite. Die orientierenden Summenmessungen (800 MHz – 2500 MHz) wurden mit dem Gerät HF 38B (später ergänzend auch mit 59 B) der Firma Gigahertz Solutions durchgeführt.
Das bei diesen ersten Standortuntersuchungen (noch ohne UMTS) Erlebte konnten wir zunächst nicht glauben. „Das kann doch gar nicht möglich sein“, war unser ständiger Gedanke.
Ab 50 μW/m² [0.14 V/m] im Schlafzimmer oder im Hauptaufenthaltsraum litten viele Menschen bereits unter einer Vielzahl unerklärlicher, quälender Symptome und hatten oft vergeblich bei Ärzten verschiedenster Fachrichtungen Hilfe gesucht. Manche reagierten schon ab 10 μW/m² [0.06 V/m].
Die z.Z. geltenden Grenzwerte für hochfrequente elektromagnetische Felder, die nur ihre thermischen Wirkungen berücksichtigen, liegen in Deutschland jedoch zwischen 4,5 und 10 Mio. μW/m² [41 und 60 V/m].*
Einzelne Menschen vertrugen überhaupt keine Hochfrequenzbelastung. Menschen, die nicht exponiert waren, weil ihr Haus durch ein Nachbargebäude abgeschirmt war und weil sie kein DECT-Telefon hatten, waren häufig beschwerdefrei.
Von Oktober 2004 bis Oktober 2006 wurden bei über 1600 Personen an 220 Mobilfunkstandorten zu Hause oder am Arbeitsplatz Befragungen und Messungen durchgeführt.
Das Ergebnis dieser Untersuchungen lautet:
Die gepulsten hochfrequenten elektromagnetischen Felder (von Mobilfunksendeanlagen, schnurlosen DECT-Telefonen, WLAN, Handy u.a.) führen weit unterhalb der gültigen Grenzwerte zu einem neuen, vielschichtigen
Krankheitsbild mit charakteristischer Symptomenkombination. Die einzige dauerhaft erfolgreiche Therapie ist die Beendigung der Exposition. [Es folgen einige exemplarische Fallbeschreibungen.]
*Anmerkung: Dies entspricht dem Schweizer Immissionsgrenzwert für die Summe aller Hochfrequenzstrahlung an einem beliebigen Ort. An Wohn- und Arbeitsorten und auf offiziellen Spielplätzen gelten in der Schweiz 4 bis 6 V/m für die Strahlung, die von einer einzigen Anlage ausgeht (Anlagegrenzwert).
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Malignes Melanom – nicht wegen zuviel Sonne!
Diese Notiz als pdf-Datei
Schwedische Forscher gehen seit 2002 der Frage nach, warum vor allem in nordischen Ländern gewisse Krebsarten, hauptsächlich das maligne Melanom (Schwarzer Hautkrebs), seit Mitte der 50er Jahre plötzlich stark zunehmen. Sie kamen auf elektromagnetische Strahlung als einen der massgebenden Faktoren.
In einer Studie von 2002 über das Vorkommen des malignen Melanoms (Schwarzer Hautkrebs) in Schweden, Norwegen, Dänemark und den USA fanden die Forscher Örjan Hallberg und Olle Johansson (Karolinska Institut, Stockholm) einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Einführung des UKW-Radios und der Zunahme der Melanom-Fälle.
In einer Studie von 2004 mit dem Titel „Malignes Hautmelanom – nicht wegen zuviel Sonne!“ (Malignant melanoma of the skin – not a sunshine story!) untersuchten sie die Sterberate und das Vorkommen von malignem Melanom in Schweden im zeitlichen Vergleich mit dem Beginn des verstärkten „Sonnentourismus“ und mit dem Aufbau der UKW- und TV-Rundfunknetze. Sie fanden eine gute zeitliche Übereinstimmung mit dem Aufbau der Rundfunknetze. Die Charterflüge in den Süden begannen erst 7 Jahre nach dem scharfen Aufwärtsknick in der Melanomkurve von 1955. Und in denjenigen schwedischen Regionen, in denen der Ausbau des UKW- und TV-Rundfunks verzögert erfolgte, war die Melanom-Sterberate nach 1955 interessanterweise noch einige Jahre lang stabil. Die Forscher zogen daraus den Schluss, dass die rasante Zunahme des malignen Melanoms nicht allein mit einer verstärkten Einwirkung von UV-Strahlung des Sonnenlichts erklärt werden kann. Sie hängt vielmehr mit einer fortwährenden Störung der Reparaturmechanismen in den Zellen durch körperresonante elektromagnetische Felder zusammen. Diese Felder verstärken den krebsfördernden Effekt infolge Zellschäden, die anfänglich zum Beispiel durch solche UV-Strahlung verursacht wurden. (
Englische Originalstudie als pdf-Datei)
Vor diesem Hintergrund muss die gegenwärtige Kampagne gegen zu starke Sonnenexposition und für Sonnenschutzcrème zumindest bezüglich des malignen Melanoms kritisch hinterfragt werden. Gewiss ist zuviel Sonne gesundheitlich nachteilig. Soll aber mit der anscheinend fragwürdigen Behauptung, UV-Strahlung sei die Hauptursache des Hautkrebses, vielleicht von der elektromagnetischen Strahlung als wesentlicher Faktor abgelenkt werden?
Diese Faktenlage war Anlass für die ARA (eine mobilfunkkritische Organisation der Romandie, www.alerte.ch) einen besorgten Brief an die Schweizer Krebsliga zu schreiben. Für die Krebsliga ist die elektromagnetische Strahlung als krebsfördernder Umwelteinfluss leider noch kaum ein Thema. Dies, obwohl sich die Hinweise auf eine Schädigung der Erbsubstanz durch elektromagnetische Einwirkungen sowie auf eine erhöhte Krebshäufigkeit in der Nähe von Mobilfunksendern immer mehr verdichten.
Offener Brief der ARA in deutscher Übersetzung als pdf-Datei
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Problemfall Mobilfunk
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(Aus: Zürcher ÄrzteZeitung, Juli 2006, Nr. 3/2006)
Der Alltag ist heute ohne Mobilfunk für viele kaum mehr vorstellbar. In gewissen Berufsgruppen wird es immer schwieriger, ohne Mobiltelefon arbeiten zu wollen. Dass diese Technologie mit Hochfrequenzstrahlung einhergeht, ist zwar hinlänglich bekannt. Doch wer macht sich ernsthaft Gedanken darüber, womit wir uns die Bequemlichkeit des Mobilfunks erkaufen? Was den gesundheitlichen Teil der Auswirkungen betrifft, berufen sich Behörden, Gerichte und Betreiber unisono auf die Einhaltung der internationalen und nationalen Grenzwerte. Ist es da dem „Normalbürger“ zu verdenken, dass er diese Technik bedenkenlos nutzt und sich dabei sicher fühlt oder zumindest die erahnten Risiken verdrängt?
Wer sich aber näher mit den Auswirkungen der elektromagnetischen Strahlung auseinandersetzt, dem wird die Problematik bezüglich unserer Gesundheit sehr schnell bewusst. Nicht ohne Grund wächst der Widerstand rund um die bestehenden und geplanten Antennen; mit „diffuser Angst“ hat dies weniger zu tun als mit begründeter Besorgnis. Nicht umsonst fordern die Ärzte für den Umweltschutz 10-mal tiefere Grenzwerte oder sogar ein UMTS-Moratorium.
Die Hinweise auf die Schädlichkeit verdichten sich immer mehr (Befindlichkeitsstörungen, funktionelle Organstörungen, Beeinträchtigung des Immunsystems, erhöhtes Krebsrisiko, gentoxische Auswirkungen etc.). Ausländische epidemiologische Studien, in denen aufgrund der Strahlung von Sendestationen gewisse Effekte gefunden wurden, weisen stets Immissionswerte weit unter dem (tieferen) Schweizer Grenzwert nach. In Deutschland warnen bereits zahlreiche Ärztegruppen mit eindringlichen Appellen. In Österreich warnt die Ärztekammer Wien mit einem „Handy-Plakat“ vor dieser Strahlung.
Immer offensichtlicher wird die Gefahr, dass wir wiederum die gleichen Fehler begehen wie beim Asbest, bei den Holzschutzmitteln mit chlorierten Kohlenwasserstoffen oder beim Rauchen. Ist es angesichts dieser Offensichtlichkeit vertretbar, einfach abzuwarten, bis das Problem zu einem von der Gesamtgesellschaft wohl oder übel allgemein akzeptierten Zivilisationsproblem wird, an dessen Entstehung offiziell keiner Schuld hat? Zwar mögen wir uns als Einzelne durch die gesellschaftliche Akzeptanz des Problems unserer Verantwortung enthoben fühlen. Auch ist zu befürchten, dass man juristisch niemanden belangen können wird, falls Gesetzgebung und Rechtsprechung der heutigen Technikentwicklung weiterhin nicht zu folgen vermögen. Doch mit unserem Abwarten verpassen wir es, durch Engagement und Zivilcourage etwas für diese Gesellschaft zu tun. Selbst wenn man uns den Vorwurf ersparte, dass wir es hätten wissen können – müssten wir ihn nicht doch an uns selbst richten?
Höchste Vorsicht ist ja gerade auch deshalb geboten, weil uns der etablierte Wissenschaftsbetrieb erst wenige schlüssige Hinweise auf ein erhöhtes Gesundheitsrisiko geliefert hat. Angesichts der grossen Diskrepanz zwischen dem so genannten Stand der Wissenschaft auf der einen Seite und massiver, praxisgestützter Evidenz auf der andern Seite müsste doch gerade für uns Ärzte eine wirksame Vorsorge an oberster Stelle stehen.
Die diesem Heft beigelegte Petition „Risiko Mobilfunk“ ist dazu ein erster Schritt.
Bruno Germann
Dr. med. dent. Bruno Germann
Herrengasse 17
8853 Lachen / SZ
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