STROM IM HAUSHALT
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Energiesparen und Klimaschutz kontra Schutz der Gesundheit vor Elektrosmog? Im Übereifer wird oft das Gesundheitsrisiko der Sparlampen bestritten und ihr Spareffekt überschätzt. Es braucht deshalb einen kritischen Kommentar dazu. Einen solchen liefern wir hier.
Sondermüll Energiesparlampe Der Umstieg von der Glühlampe zur Energiesparlampe ist für Australien und Kanada eine beschlossene Sache – Hierzulande warnen jetzt Experten vor möglichen Risiken (derStandard 17.08.07)
Sparlampen-Elektrosmog überschreitet die TCO-Bildschirm-Norm massiv Wer einen strahlungsarmen Computer-Bildschirm hat (TCO-Kleber auf dem Bildschirmrahmen), der macht alles wieder zunichte, wenn er am Arbeitsplatz eine Sparlampe einschraubt. (Zum K-Tipp Nr. 18 vom 31.10.07)
Gesundheitsprobleme wegen Energiesparlampen:
Zwei weitere Fallbeispiele. Zuschriften von Betroffenen
Energiesparlampen: eine Gefahr für Epileptiker Die „grünen“ Sparlampen, die in britischen Haushalten obligatorisch werden sollen, können bei Menschen, die unter Epilepsie leiden, ähnliche Symptome wie bei einem epileptischen Anfall im Frühstadium verursachen (Daily Mail 23.06.07)
„Licht AUS“ für die Glühbirne? – Offener Brief an Herrn Dr. Walter Steinmann, Direktor des Bundesamtes für Energie (BFE) „Wir richten an Sie die wohlbegründete und dringende Bitte, die Glühbirne nicht zu verbieten und ihr auf dem Markt keine Hemmnisse zu schaffen.“
Sparlampe weg – Migräne weg! Ein Fallbeispiel. „Mein Sohn (21) hatte bis anhin eine Tischleuchte mit Sparlampe. Er klagte oft über heftige Kopfschmerzen, unausstehliche Migräne und starkes Augenleiden...“
Alarm: Angriff auf die gute alte elektrosmogarme Glühbirne? Für die elektrosensiblen Menschen würde ein totales Glühlampenverbot bedeuten: Rückkehr zur Kerze, zumindest in der engeren Wohnumgebung. Denn die Energiesparlampe verursacht ihnen Beschwerden.
Energiesparen und Klimaschutz kontra
Schutz der Gesundheit vor Elektrosmog?
« Die 10 verbreitetsten Lügen über Sparlampen » werden aus der Sicht des Energiesparens – verständlicherweise – oftmals zu widerlegen versucht. Die nachstehend abgedruckten Argumente sind ein solcher Versuch. Einzelnen dieser Argumente lässt sich gewiss nichts entgegensetzen.
Jedoch: Die Widerlegung wird kontraproduktiv, wo im Übereifer das Gesundheitsrisiko der Sparlampen bestritten und ihr Spareffekt überschätzt wird. Es braucht deshalb einen kritischen Kommentar zu dieser Widerlegung. Einen solchen liefern wir hier.
« Das Einschalten einer Sparlampe braucht mehr Energie als diese eine Stunde zu betreiben. » Richtig ist: Kein Mehrverbrauch an Energie aufgrund des Einschaltens! Abschalten bringt immer eine Reduktion des Stromverbrauches. In der Zündzeit von kaum einer Sekunde würde der Stromverbrauch einer 36-Watt-Lampe, wie behauptet, zu einer Leistung von 130'000 Watt führen. Das hält keine Sicherung aus, auch keine Hauptsicherung eines ganzen Gebäudes. (O.K.)
« Häufiges Schalten von Sparlampen verkürzt deren Lebensdauer. » Richtig ist: Die Verkürzung der Lebensdauer aufgrund des Schaltens ist für den praktischen Gebrauch irrelevant. Denn eine gute Lampe mit elektronischem Vorschaltgerät, Typ Warmstart, schafft während ihrer Lebensdauer von 12'000 Stunden – entsprechend rund 12 Jahren – ohne weiteres 500'000 Schaltzyklen. Die Lampe kann demnach tagtäglich über hundert Mal ein- und ausgeschaltet werden ohne Einschränkung der Lichtqualität.
Bei den billigeren Sparlampen verkürzt häufiges Schalten die Lebensdauer aber eben doch, wie der K-Tipp-Kassensturz-Test (K-Tipp Nr. 18/2007) gezeigt hat.
« Fluoreszenzlicht (Sparlampen) flimmert. » Richtig ist: Elektronische Vorschaltgeräte bringen Leuchtstofflampen mit einer Frequenz von – je nach Typ – 25'000 bis 50'000 Hertz zum Leuchten. Frequenzen über 100 Hertz nimmt das menschliche Auge nicht wahr.
Das Auge nimmt sie vielleicht nicht wahr, aber die Nervenzellen? Wie steht es mit allfälligen Resonanzfrequenzen innerhalb der Körperzellen im Kilohertz-Bereich?
Alte Sparlampen mit konventionellen Vorschaltgeräten flimmerten dagegen mit 50 Hertz – für den Menschen tatsächlich eine Zumutung. (O.K.)
« Fluoreszenzlicht (Sparlampen) wirkt kalt und matt. » Richtig ist: Lichtfarben und Lichtspektren lassen sich bei der Anschaffung einer Sparlampe wählen. 3-Banden-Lampen in den Lichtfarben "warmweiss" (Bezeichnung 830) oder extrawarmweiss (827) erzeugen ein Licht, das in seiner Farbwiedergabe dem Glühlampenlicht entspricht.
Die definierte Kenngrösse der Farbwiedergabe ist nicht das einzige Kriterium. Sie ist ja, wie alle Kennwerte, nur eine Hilfsgrösse. Zahllose Menschen empfinden Sparlampenlicht trotz korrekter Farbwiedergabe als ausgesprochen unangenehm und erkennen es sofort als solches. Dies ist plausibel: Das Sparlampen-Lichtspektrum ist nicht kontinuierlich wie das Glühlampenlicht, sondern betont einzelne Spektralbereiche stark. – Übrigens wirkt das Licht der stäbchenförmigen* Sparlampentypen durchaus nicht „matt“, sondern im Gegenteil eher „stechend“.
* mit den stäbchenförmigen sind die „nackten“ Sparlampen gemeint, die das zusammengefaltete oder gewendelte Leuchtstoffröhrchen offen zeigen – im Gegensatz zu den Sparlampen mit konventioneller „Glühbirnenform“, die mit einem zusätzlichen, mattierten Glaskolben umschlossen sind und deshalb ein gedämpfteres Licht aussenden, aber dafür um 20% weniger energieeffizient sind.
„Sparlampen lassen sich nicht dimmen. » Richtig ist: Seit Sommer 2006 gibt es dimmbare Sparlampen. Sie sind im Verkauf so deklariert. (O.K.)
« Sparlampen sind teuer. » Richtig ist: Glühlampen sind lediglich in der Anschaffung billiger als Sparlampen, im Betrieb ist es umgekehrt. Im Gesamtkostenvergleich schneidet die Sparlampe deutlich günstiger ab. Die Kosteneinsparung pro Lampenersatz liegt zwischen 20 und 200 Franken, Kaufpreis der Sparlampe eingerechnet.
Das stimmt nur dann, wenn man die Sparlampen beim Verlassen eines Raumes ebenso ausschaltet wie die Glühlampen und nicht denkt: „Die Lampe spart ja Strom, also kann ich sie schon durchbrennen lassen, bis ich zurückkomme...“. – In den Privathaushalten stieg der Verbrauch für Beleuchtung von 1992 bis 2005 um 80%. Das ist die grösste Zunahme aller Stromverbrauchssektoren – und dies während der Einführung der Sparlampen...
« Niedervolt-Halogenlampen sind Sparlampen. » Richtig ist: Der Irrtum beruht auf einem Missverständnis. Nicht der Energieverbrauch der Lampe ist niedrig, sondern deren Spannung – deshalb die Bezeichnung "Niedervolt". Die geringe Spannung verlangt nach grossen Strömen in verhältnismässig dicken Kabeln. Eine 50-Watt-Halogenlampe hat zwar eine um 50 % bessere Lichtausbeute als eine Glühlampe, sie ist aber um den Faktor 3 schlechter als eine kompakte Sparlampe. (O.K.)
« Sparlampen verursachen Elektrosmog. » Richtig ist: Alle elektrischen und elektronischen Geräte geben elektromagnetische Wellen ab, Lampen sind davon nicht ausgenommen. Das elektromagnetische Feld lässt sich durch eine fachgerechte Konstruktion stark vermindern. Eine im Auftrag des Bundesamtes für Energie (BFE) und des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) durchgeführte Studie zeigt auf, dass beim Betrieb von Sparlampen kaum gesundheitliche Beeinträchtigungen zu befürchten sind. Die durchgeführten Messungen zeigen, dass die Sparlampen im Rahmen anderer Haushaltgeräte liegen und sie die Grenzwerte deutlich unterschreiten.
Diese Aussagen beruhen auf einer Fehlinformation: Die BAG-BFE-Studie sagt aus, dass Sparlampen die TCO-Normwerte für Bildschirmarbeitsplätze einhalten. Dies ist eindeutig und nachweislich falsch. Die Falschaussage beruht auf einer Messmethode für das hochfrequente elektrische Feld (27 – 52 kHz, Oberschwingungen bis 500 kHz), die 100-mal (!) tiefere Messwerte liefert als die korrekte, von der TCO vorgeschriebene Messsonde.
Es ist unerfindlich, wie das beauftragte Messbüro Maxwave ausgerechnet auf diese völlig unübliche Messmethode (stabförmige Messsonde) kam. Wenn schon nicht (vorschriftsgemäss) mit der TCO-Sonde, so hätte Maxwave wenigstens mit der verbreitet üblichen potentialfreien Würfelsonde messen können, die etwa halb so grosse Werte wie die TCO-Sonde liefert. Aber damit hätten immer noch alle Sparlampen den TCO-Normwert von 1 V/m überschritten, nämlich um etwa das 5- bis 20-fache. Frage: Durften sie das nicht? (Der Messbericht wurde von Osram und Philips mitfinanziert.)
Verlässliche, mit einer TCO-Sonde ermittelte und anhand anderer Quellen verifizierte Messwerte sind in dem vom K-Tipp in Auftrag gegebenen Messbericht von P. Schlegel (September 2007) angegeben, siehe auch K-Tipp Nr. 18/2007.
In Wirklichkeit wird der TCO-Grenzwert von 1 V/m durch eine Sparlampe um das 10- bis 40-fache überschritten. In der Praxis bedeutet das: Wer einen TCO-geprüften, strahlungsarmen Bildschirm hat, schafft durch das Auswechseln der Glühlampe am Arbeitsplatz gegen eine Sparlampe (Kopf ca. 30 cm von der Lampe entfernt) ein mindestens 10- bis 40-mal stärkeres hochfrequentes elektrisches Wechselfeld, als es der Bildschirm allein (in 30 cm Abstand von der Bildschirmfläche) erzeugt. |
Der von G. Dürrenberger (Forschungsstiftung Mobilkommunikation an der ETH) verfasste BAG-BFE-Bericht über die Messungen von Maxwave versucht gezielt, die TCO-Richtlinie als für Sparlampen ungeeignet darzustellen. Sie ist jedoch im Gegenteil für Sparlampen ausgesprochen geeignet. Die Frequenz der elektromagnetischen Abstrahlung von Bildschirmen und von Sparlampen im Kilohertzbereich stimmt überein. In Fachkreisen gilt die TCO-Messsonde als ideal für Vergleichsmessungen an irgendwelchen elektrischen und elektronischen Einzelgeräten, nicht nur an Computerbildschirmen.
Das BAG-BFE-Merkblatt « Elektromagnetische Felder von Energiesparlampen » sowie das Faktenblatt « Energiesparlampen » des BAG sollten durch diese Ämter unverzüglich zurückgezogen werden. Diese Merkblätter sind geeignet, die Bevölkerung zu täuschen.
Elektrosmog bei Lampen lässt sich ausserdem reduzieren mit einem Schirm aus Metall statt Plastik
nützt ausgerechnet beim hochfrequenten Anteil des elektrischen Feldes nicht genug, da die im Lampensockel eingebaute Vorschaltelektronik nach unten weitgehend unbehindert abstrahlt
und mit einem Stromschalter, der das Gerät vollständig vom Stromnetz trennt
ist damit die Netzfreischaltung gemeint? Diese hat aber mit dem Lampenbetrieb nichts zu tun. Die Netzfreischaltung funktioniert nur bei abgeschalteten Elektroverbrauchern, z.B. während der Schlafenszeit, also auch nur bei abgeschalteter Lampe.
Dies empfiehlt sich besonders bei sehr naher und langhaltender Exposition.
Frage: Will man also die Verantwortung einfach den Konsumenten überbinden...?
« Sparlampen brauchen in der Herstellung viel Energie. » Richtig ist: Die Herstellung einer Sparlampe braucht rund 5-mal soviel Energie wie die Herstellung einer Glühlampe. Da die Lebensdauer der Sparlampe aber 6- bis 15-mal höher ist als die der Glühlampe, fällt die Gesamtenergiebilanz deutlich zu Gunsten der Sparlampe aus.
Das gilt nur für die qualitativ guten Lampen, die die Angabe der Lebensdauer einhalten. Es gibt aber auch Sparlampen, denen „das Licht zu früh ausgeht“ (K-Tipp Nr. 18/2007).
« Für Spotbeleuchtung gibt es nur Halogenlampen. » Richtig ist: Nur wenige Sparlampen eignen sich zur punktuellen Beleuchtung von Gegenständen. Es gibt jedoch auch für die Spotbeleuchtung eine effiziente Alternative: Sogenannte Halogen Energy Saver Lampen verbrauchen für die gleiche Anzahl Lumen (Helligkeit) rund 30% weniger Strom als eine übliche Halogenlampe. – LED ist heute für Spotbeleuchtung ebenfalls eine effiziente Alternative zu den bisherigen Niedervolt-Halogenlampen. (O.K.)
Sparlampen sind Sondermüll.
Selbst wenn der grössere Teil der Sparlampen dem Recycling zugeführt würde, so ist dennoch damit zu rechnen, dass ein Ersatz sämtlicher Glühbirnen durch Sparlampen die absolute Zahl unkorrekt entsorgter Sparlampen sprunghaft ansteigen lassen wird. Die Rückgabequote der sperrigen und eher im Gewerbe- und Bürobereich eingesetzten Leuchtstoffröhren mag relativ gut sein, aber Sparlampen sind kleiner und landen dementsprechend viel rascher im Abfalleimer. Der Schadstoffgehalt des Hausmülls, zum Beispiel Quecksilber, würde bei einem Glühlampenverbot zunehmen.
Peter Schlegel, Dipl. Ing. ETH/SIA, Güeterstalstr. 19, CH-8133 Esslingen
20.Februar 2008
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derStandard.at/17.08.2007, nia/mat
Sondermüll Energiesparlampe
Der Umstieg von der Glühlampe zur Energiesparlampe ist für Australien und Kanada eine beschlossene Sache – Hierzulande warnen jetzt Experten vor möglichen Risiken
Eine kleine Lampe, möchte man meinen, soll jetzt die ganze Erde retten: Energiesparlampen verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom, haben eine rund 19 mal höhere Lebensdauer und brächten nach einer Berechnung des Elektroherstellers Philips europaweit eine Einsparung von 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid. In Zeiten des Klimawandels wird so glühend der Ausstieg aus der alten Lampengeneration diskutiert.
Schwermetalle und Elektrosmog
Eine feine Sache, wenn zusätzlich die Politik schnell reagiert und die Industrie sich eifrig an die Umsetzung macht. OSRAM-Österreich kündigte an, bis 2015 nur noch sparende Lampen zu produzieren. Doch jetzt haben Umweltmediziner und Baubiologen einen Blick hinter die neue strahlend schöne Lampenwelt geworfen und sind im Schatten der allgemeinen Euphorie auf ganz andere ungelöste Themen gestoßen: Die extrem hohe elektromagnetische Strahlung und die noch ungeklärte Schwermetallbelastung.
Weniger CO2 – mehr Strahlung
"Die Energiesparlampe ist eigentlich eine kleine Kompaktleuchtstoffröhre", so der Baubiologe und Umweltberater Peter Kurz, "mit einem Vorschaltgerät, das die 50 Hertz der Netzstromfrequenz, die aus der Steckdose kommt, in 40 000 Hertz umwandelt. Es entsteht eine niederfrequente periodische Pulsung und ein hochfrequentes elektrisches Feld mit einer hochfrequenten Strahlung."
Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme
Für den Experten der Umweltberatung, der häufig mit der Problematik "Elekrosmog" konfrontiert wird, ist das keine Kleinigkeit: "Man weiß anhand von Studien, dass eine hochfrequente Strahlung Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Das geht von erhöhtem Hirntumorrisiko, erhöhtem Leukämierisiko bei Kindern, bis hin zu Schlaf-und Konzentrationsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten."
Studien darüber gibt es viele, seit jeder stundenlang mit dem Handy telefoniert. Gegenexpertisen werden genauso oft präsentiert. Expertenmeinung steht gegen Expertenmeinung. Für Kurz steht aber fest: "Ob Strahlenbelastung durch Mobilfunk, WLAN oder Energiesparlampen: Man weiß, dass bei Zellen, die hochfrequent bestrahlt werden, die DNS-Stränge reißen." Der Körper könne zwar viel reparieren, man wisse aber nicht wie der Organismus mit der Dauerbestrahlung umgeht.
"Worst case" - Schreibtischlampe
Der Referent für Umweltmedizin der Österreichischen Ärztekammer, Gerd Oberfeld, hat deshalb gleich selbst zu messen begonnen. Seine bisher nicht publizierten Ergebnisse zeigen, dass der "worst case" der elektromagnetischen Belastung durch eine Energiesparlampe am Schreibtisch stattfindet: "Eine Schreibtischlampe im Nahbereich des Kopfes in einem Abstand von rund 30 Zentimetern, das schaut gar nicht gut aus", so Oberfeld.
TCO-Richtwert
Als Vergleichswert für seine Messergebnisse zieht er den schwedischen TCO-Richtwert heran, der die Strahlenbelastung der PC-Bildschirme regelt. "Die Messungen zeigten an Energiesparlampen bei 40 Kilohertz magnetische Felder von rund 50 nT (Nanotesla)." Der TCO-Richtwert liege vergleichsweise bei 25 nT, so der Experte weiter: "Aus meiner Sicht ist dieser ohnehin zu hoch angesetzt. Wobei die meisten PC Monitore heute bei wenigen nT liegen."
Ähnliche Anfangsschwierigkeiten wie bei Bildschirmen
Der Baubiologe Kurz empfiehlt deshalb Energiesparlampen nur bei Deckenleuchten und keinesfalls am Schreibtisch im Kinderzimmer einzusetzen. "Welche gesundheitlichen Schlüsse wir daraus ziehen können, wissen wir nicht", schildert Oberfeld die Situation, aber "es gibt meines Wissens keine systematischen Wirkungsuntersuchungen, jedoch ein ganze Reihe von Fallberichten von Menschen, die Energiesparlampen nicht vertragen. Sie berichten etwa von Kopfschmerzen, Schwindel oder Konzentrationsproblemen. Diese Beschwerden kennen wir aus den Anfängen der Bildschirmarbeit, als es deutlich höhere Emissionen als heute gab."
Regelungen erwünscht
Deshalb ist es dem Umweltmediziner ein Anliegen auf die regelfreie Situation der Strahlenbelastung aufmerksam zu machen. Denn: "Wir sollten unser engstes Lebensumfeld nicht durch weitere Hochfrequenzquellen verschmutzen und auch im Zuge der Klimawandeldiskussion einen kühlen Kopf bewahren. Die großen Energiebrocken liegen zudem nicht bei den Schreib- und Nachttischlampen, sondern im Heizungs- und Kühlbereich sowie beim Transport. Das andiskutierte Verbot der Glühlampe ist aus gesundheitlichen Gründen jedenfalls klar abzulehnen."
Sondermüll Energiesparlampe
Wenig Beachtung findet zusätzlich die richtige und sachgerechte Entsorgung. Im benachbarten Deutschland landeten 2006 neunzig Prozent der Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen im Hausmüll. Und damit auch schwer abbaubares Quecksilber und andere Schwermetalle. Energiesparlampen sind Sondermüll: "In Energiesparlampen sind Schwermetalle wie Quecksilber enthalten, werden sie in den Hausmüll geworfen, haben wir ein Abfallproblem", so Kurz.
600 Kilo Quecksilber im Jahr
Bleibt zum Schluss noch eine Rechnung: Die Lebensdauer von Glühlampen wird mit rund 1000 Stunden beziffert, eine Energiesparlampe hält hingegen 15.000 bis 19.000 Stunden. Laut Angaben des Herstellers Philips werden in der EU jährlich rund zwei Milliarden Glühlampen verkauft. In Energiesparlampen umgerechnet wären das (bei 15.000 Stunden) etwas über 130 Millionen Sparlampen im Jahr. Jede dieser Lampen enthält 4,5 Milligramm Quecksilber. In Summe müsste so die europäische Umwelt mit rund 600 Kilo Quecksilber zusätzlich zurecht kommen.
OSRAM-Österreich ist sich dieser Problematik bewusst und bestätigt in einer Aussendung vom Juni an einer entsprechenden Lösung zu arbeiten, "damit künftig keine Gefahrenstoffe enthalten sind und die Lampen auch im Hausmüll zu entsorgen seien".
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Sparlampen-Elektrosmog überschreitet die TCO-Bildschirm-Norm massiv
Zum K-Tipp Nr. 18 vom 31. Oktober 2007
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Wer einen strahlungsarmen Computer-Bildschirm hat (TCO-Kleber auf dem Bildschirmrahmen), der macht alles wieder zunichte, wenn er am Arbeitsplatz eine Sparlampe einschraubt. Denn das hochfrequente elektrische Feld einer Sparlampe überschreitet den TCO-Grenzwert von 1 Volt pro Meter massiv, nämlich um das rund 10- bis 40-fache – je nach Lampentyp.
Sparlampen sind nichts anderes als kompakte Fluoreszenzröhren. Sie haben ein Hochfrequenz-Vorschaltgerät. Dieses erzeugt im Frequenzbereich (je nach Lampentyp) ab etwa 27 bis 52 Kilohertz ein starkes elektrisches Wechselfeld. Dieses Wechselfeld ist ausserdem mit 100 Hertz gepulst – ähnlich wie ein DECT-Schnurlostelefon, das ebenfalls eine 100 Hertz-Pulsung hat. In Wirklichkeit ist jede Sparlampe ein kleiner Langwellen-Radiosender. Sie sendet einen 100 Hertz- Ton in die Runde, wenn sie brennt.
Die im Auftrag von K-Tipp und Kassensturz im September 2007 durchgeführten Messungen haben nun ergeben, dass die Sparlampen den TCO-Richtwert von 1 Volt pro Meter für das elektrische Feld im Frequenzbereich von 2 bis 400 Kilohertz massiv überschreiten. Die Messungen wurden mit dem von der TCO dafür vorgeschriebenen Messinstrument durchgeführt.
Anders als die Sparlampen erzeugen herkömmliche Glühlampen keine hochfrequenten Felder.
Die Bundesämter für Energie und für Gesundheit (BFE und BAG) haben ein Merkblatt „Elektromagnetische Felder von Energiesparlampen“ herausgegeben. Darin werden Messwerte des hochfrequenten elektrischen Feldes gezeigt, die rund 100-fach unter denjenigen liegen, welche man mit einem TCO-konformen Messgerät erhält. Das Merkblatt behauptet denn auch, die Sparlampen hielten die TCO-Norm ein. Das ist jedoch eindeutig falsch.
Daher ist auch die Empfehlung des BFE/BAG-Merkblattes irreführend. Diese lautet: „Energiesparlampen sind bezüglich elektromagnetischer Strahlung kaum schlechter als Glühlampen und vergleichbar mit anderen Geräten des Alltags. Sie können Energiesparlampen ohne Bedenken anstelle von Glühlampen verwenden und damit Ihren persönlichen Beitrag zum Energiesparen und zum Umweltschutz leisten.“
Elektrosensible wissen längst, dass sie keine Sparlampen in ihrer Wohnung vertragen. Dies bestätigt die Tatsache, dass Sparlampen die als tief und deshalb wirksam schützend bekannten TCO-Richtwerte weit überschreiten. Folgende Empfehlungen sind angebracht:
Aus gesundheitlichen Gründen sollen Sparlampen nicht in Kopfnähe eingesetzt werden, also nicht in Lese-, Arbeits-, Hänge-, Steh- und Nachttischleuchten. Für Einzellampen ist ein Abstand von mindestens 1.5 m einzuhalten. Mehrere Sparlampen zusammen benötigen einen noch grösseren Abstand. Deckenrasterbeleuchtungen mit Sparlampen werden in Räumen für langdauernden Aufenthalt nicht empfohlen.
Gesundheitlich tolerierbar können Sparlampen bei Dauerbeleuchtung in Korridoren, in Kellerräumen und im Freien sein. Dort sind sie aus Energiespargründen auch am sinnvollsten eingesetzt. In Sälen und anderen sehr hohen Räumen ist vor einem Einsatz von Sparlampen deren Eignung durch Feldmessungen unter Praxisbedingungen abzuklären.
Das für 2012 drohende Totalverbot der Glühlampe muss verhindert werden. In der öffentlichen Diskussion über das Energiesparen und den Klimaschutz muss der gesundheitliche Aspekt der von Sparlampen erzeugten elektromagnetischen Felder mit einbezogen werden. Ein realistischerweise möglicher Beitrag der Sparlampen zur Stromverbrauchsminderung im Wohn- und Arbeitsbereich muss im Blick auf alle anderen, zum Teil wesentlich wirksameren Stromsparbemühungen gesehen und diskutiert werden.
Der ästhetisch-kulturelle Aspekt der Beleuchtung soll mit einbezogen werden. Sparlampenlicht erreicht – trotz aller Beteuerungen der Hersteller – die Empfindungsqualität des Glühlampenlichtes nicht.
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Gesundheitsprobleme wegen Energiesparlampen:
Zwei weitere Fallbeispiele
3. Juli 2007
Sehr geehrter Herr Schlegel
Zu Ihrem Artikel über die Energiesparlampen habe ich Ihnen schon vor längerem folgendes mitteilen wollen.
Seit Jahren rate ich den Eltern meiner Schulkinder, keine Sparlampen im Lernbereich zu verwenden. Denn in der Nähe einer Sparlampe lässt mein Gehirn beim konzentrierten Arbeiten alle 10-15 Minuten eine Sequenz der totalen Dunkelheit entstehen, d.h. ich sehe für einen Augenblick überhaupt nichts, obwohl die Lampe eingeschaltet ist. „Sequenz“ heisst einen Augenblick lang, ganz kurz, Bruchteil einer Sekunde, doch es unterbricht einen Gedankengang, bringt den Arbeitsfluss zum Stocken. Wenn dies 3-4mal pro Stunde geschieht, so ist ein konzentriertes Arbeiten nicht möglich.
Das habe ich festgestellt vor ca. 4-5 Jahren. Ob das bei jeder Sparlampe der Fall ist, kann ich nicht sagen, denn ich meide sie seither. Diese Sequenzen der Dunkelheit sind ein Unfallrisiko und ein Unruhefaktor beim Lernen.
Danke für Ihre Arbeit.
Jana Siegfried
Fribourg, 10. Juli 2007
Sehr geehrter Herr Schlegel!
Mit Enthusiasmus hatte ich Energiesparlampen gekauft in der Absicht, wenigstens einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Leider musste ich, obwohl ich es lange nicht wahrhaben wollte, feststellen, dass ich mich mehr und mehr schlecht fühlte, wenn ich abends unter der Stehleuchte mit Sparlampe las. Meine Augen wurden bleischwer, ich konnte samt Brille kaum mehr sehen. Im Nacken fröstelte es mich und gleichzeitig schwitzte ich. Nachher lag ich todmüde im Bett, aber konnte nicht schlafen. Hinzu kam eine nie gekannte „Gedankenleere“.
Ich bin zwar 70 Jahre alt, aber dennoch selbstkritisch genug, um nicht wegen jedem „Bobo“ zu hyperventilieren, finde es aber nicht in Ordnung, Menschen, die unerklärliches Unwohlsein äussern, das so oft auch mit Ängsten verbunden ist, mit der Sensibilität eines Traktors zu „überfahren“.
Irgendwann habe ich (versuchsweise) die Sparlampen wieder gegen normale Glühbirnen ausgetauscht – und mein Befinden normalisierte sich wieder! Das war noch bevor ich den Artikel über Energiesparlampen im „Bund“ vom 21. Juni 2007 las.
Mit freundlichen Grüssen
J. Kolberg-Juen
Dipl. Krankenschwester
CH-1700 Fribourg
www.buergerwelle-schweiz.org
28.08.2007
Siehe auch: „Sparlampe weg – Migräne weg! Ein Fallbeispiel“
Zuschrift mit Erfahrungsbericht vom 5. Mai 2007, www.buergerwelle-schweiz.org
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Daily Mail, 23. Juni 2007
Energiesparlampen: eine Gefahr für Epileptiker
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Von Eleanor Mayne
Die „grünen“ Sparlampen, die in britischen Haushalten obligatorisch werden sollen, können bei Menschen, die unter Epilepsie leiden, ähnliche Symptome wie bei einem epileptischen Anfall im Frühstadium verursachen.
Die Epilepsie-Vereinigung sagt, dass die Betroffenen über Schwindelgefühle, Konzentrationsverlust und Unwohlsein* klagen, nachdem sie dem Licht einer Energiesparlampe ausgesetzt waren. Die Ursache ist unbekannt, da die Lampen nicht in der Art flimmern, wie sie üblicherweise nachteilige Auswirkungen hat.
Das Thema ist wichtig geworden, weil die EU plant, innerhalb zweier Jahre alle herkömmlichen Lampen auslaufen zu lassen und sie durch Energiesparlampen zu ersetzen. In Grossbritannien leidet fast eine halbe Million Menschen an Epilepsie, und die Regierung bestätigte, dass da ein Problem entstehen könnte.
In Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage sagte der Gesundheitsminister Ivan Lewis: Es ist bekannt, dass Epileptiker unter Energiesparlampen leiden können. Wir haben nicht untersucht, wie viele Menschen davon betroffen sind.
Gestern verlangte das konservative Parlamentsmitglied Geoffrey Cox, dass die Regierung die gesundheitlichen Auswirkungen untersucht und Massnahmen ergreift, damit die Betroffenen Lampen ohne schädigende Effekte erwerben können. Im März hatte Tony Blair mit EU-Kollegen vereinbart, dass die altmodischen Glühbirnen zur Verringerung der Kohlendioxid-Emissionen bis zum Jahr 2009 aus den Privatwohnungen verschwinden müssen. Der Verkauf von Glühbirnen wird wahrscheinlich verboten werden.
Die Epilepsie-Vereinigung bestätigte, dass sie Anrufe von Personen erhalten habe, die sich über Probleme mit den neuen Lampen beklagten. Ein Sprecher sagte: „Es handelt sich nicht um Meldungen über epileptische Anfälle – es sind eher Meldungen über Beschwerden, die den Symptomen vor einem solchen Anfall ähneln. Die Forschung in dieser Sache befindet sich noch in einem frühen Stadium. Wir sind erst gerade darauf aufmerksam geworden, und wir beginnen das jetzt zu untersuchen.“
Dr. Arnold Wilkins, ein Psychologieprofessor an der Essex University, hat eine mögliche Erklärung. Er sagte: „Die neuen Lampen haben eine unregelmässige spektrale Verteilung. Das weisse Licht besteht aus einer roten und einer blauen Spitze statt aus allen Wellenlängen. Dies könnte das Erkennen von Farbunterschieden erschweren und auf Menschen schädlich wirken.“**
Ebenso gab es Klagen über Beschwerden von Lupuskranken.
In Grossbritannien gibt es etwa 16,000 Menschen, die unter Schwellungen und Schmerzen leiden, wenn der Körper sein eigenes Gewebe attackiert.
Das Gesundheitsdepartement sagte: „Dies ist ein neues Gebiet; wir geben dazu keinen weiteren Kommentar.“
03.07.2007 Bürgerwelle Schweiz. Dies ist eine Übersetzung des englischen Artikels unter
www.dailymail.co.uk/pages/live/articles/health/healthmain.html?in_article_id=463911&in_page_id=1774
Kommentar der Bürgerwelle Schweiz:
*Genau diese spontanen Symptome (Schwindel, Konzentrationsverlust, Unwohlsein usw.) als Folge von Energiesparlampen werden von allen Betroffenen immer wieder genannt, nicht nur von Epileptikern. Die Symptome deuten auf die direkte Einwirkung der Sparlampenstrahlung auf das Nervensystem hin, wie sie bekanntlich infolge verschiedenster Quellen elektromagnetischer Strahlung und Felder beobachtet werden. Vielleicht ist aber der Anteil der Menschen, die auf Sparlampen mit Beschwerden reagieren, unter Epileptikern höher als in der übrigen Bevölkerung.
**Die von Prof. Wilkins erwähnte unregelmässige spektrale Verteilung des Sparlampenlichtes ist wohl in erster Linie die Ursache dafür, dass viele Menschen dieses Licht als ausgesprochen unangenehm empfinden. Gewiss ist daneben nicht auszuschliessen, dass sich das unnatürliche Sparlampen-Lichtspektrum bei langfristiger Anwendung auch in schädlichen Einflüssen auf den menschlichen Organismus bemerkbar machen könnte.
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„Licht AUS“ für die Glühbirne?
Offener Brief an Herrn Dr. Walter Steinmann,
Direktor des Bundesamtes für Energie (BFE), CH-3003 Bern
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Sehr geehrter Herr Dr. Steinmann
Gemäss Zeitungs- und Radiomeldungen stellten Sie in einem Interview der «Luzerner Zeitung» vom 23. Mai 2007 eine «vollständige Zulassungsbeschränkung für Glühbirnen» ungefähr für das Jahr 2012 in Aussicht.
Das BFE wird laut Ihrer Aussage nach der Sommerpause 2007 Aktionspläne zur Energieeffizienz und für die erneuerbaren Energien vorlegen, dies mit Blick auf die Elektrizität und die Reduktion der CO2-Belastung.
Erste Einschränkungen bei den Lampen gebe es jedoch bereits in unmittelbarer Zukunft. «Wir wollen noch in diesem Jahr die zwei schlechtesten Lampenkategorien, das sind vor allem Glühbirnen, vom Markt nehmen», sagten Sie.
Dieser Schritt ist undurchdacht und übereilt. Er zeugt von einer eingeengten Sichtweise.
Wir richten an Sie die wohlbegründete und dringende Bitte, die Glühbirne nicht zu verbieten und ihr auf dem Markt keine Hemmnisse zu schaffen.
Gewiss steigt der Stromverbrauch von Jahr zu Jahr – aber nicht wegen der Glühbirnen! Sondern aus anderen Gründen, vor allem auch wegen neuer Elektrizitätsanwendungen. Die zahllosen elektrischen und elektronischen Geräte mit hohem Standby-Verbrauch haben einen grossen Anteil daran. Vor allem auch dort muss der Hebel angesetzt werden. Aber die Industrie zögert. Ein Glühlampen-Verbot jedoch kommt ihr gelegen. An Sparlampen verdient sie mehr als an Glühbirnen. Geht das BFE den Weg des geringsten Widerstandes?
Der undifferenzierte Schlag gegen die Glühbirne bedeutet
ein Gesundheitsproblem, falls der Ersatz „Sparlampen“ heisst (= kompakte Fluoreszenzlampen mit Hochfrequenz-Vorschaltgerät). Die gesundheitlichen Beschwerden elektrosensibler Menschen infolge Sparlampen sind in der Praxis evident. Ein Beispiel von vielen ist in Beilage 1 angeführt. Das Merkblatt BAG/BFE „Elektromagnetische Felder von Energiesparlampen“, das die Energiesparlampen als unbedenklich darstellt, ja sogar ausdrücklich empfiehlt, basiert auf einem von der Industrie finanzierten, auf einer ungeeigneten Messmethode beruhenden und deshalb bezüglich seiner Folgerungen irreführenden Messbericht. Der Konsument wird (von einem Bundesamt!) getäuscht. Entgegen der Behauptung im BAG/BFE-Merkblatt halten die Energiesparlampen die TCO-Richtwerte für elektrische Felder im Bereich 2 bis 400 kHz nicht ein, und die 100 Hz-Pulsung dieser Felder wird vom Messbericht völlig ignoriert (Beilage 2). Die Praxiserfahrung sagt denn auch eindeutig: Sparlampen müssen weg vom Kopf! (Beilage 3). – Falls der Ersatz nicht „Sparlampen“ (kompakte Fluoreszenzlampen) heisst: Werden Alternativen vor ihrem Markteinsatz seriös auf gesundheitliche Unbedenklichkeit getestet? Wer ist dafür verantwortlich? – Wir weisen Sie ausserdem darauf hin, dass der Anteil elektrosensibler Menschen an der Bevölkerung stetig steigt. Bei gleich bleibendem Trend erwarten Wissenschafter bis im Jahr 2017, also in etwa 10 Jahren, einen Anteil von 50% elektrosensibler Menschen an der Bevölkerung (Beilage 4).
einen „Schuss mit Kanonen auf Spatzen“ bezüglich Energieeffizienz: Im Wohnsektor werden die relativ geringen Stromeinsparungen durch Sparlampen infolge zunehmender Gedankenlosigkeit im Betrieb („ich hab' ja Sparlampen“) sowie durch verschwenderischen Einsatz künstlicher Beleuchtung (Beleuchtungskonzepte als architektonisches Stilmittel; Gartenbeleuchtungen und anderes) zunichte gemacht. – Energiesparlampen haben ihren energiemässig sinnvollen Einsatzbereich bei Dauerbetrieb (z.B. Aussenbeleuchtung; in Korridoren) sowie dort, wo sie den Stromverbrauch für Klimaanlagen (Kühlung) verringern. Aber nicht im Wohnbereich! Und auch in den anderen Bereichen ist immer zu prüfen, ob der Gesundheitsschutz (siehe Punkt 1) Vorrang haben muss.
ein Umweltproblem: Die Sparlampen enthalten giftige Stoffe und müssen rezykliert werden. Dennoch landet bekanntlich ein Teil im Haushaltkehricht und wird wohl immer dort landen. Nach einem Glühlampenverbot und dem damit verbundenen Hochschnellen der Menge zu entsorgender Sparlampen wird selbst ein relativ geringer Anteil nicht korrekt entsorgter Sparlampen für die Umwelt eine inakzeptable Belastung sein. Besser ist es, giftige Stoffe in Lampen ganz zu vermeiden.
eine negative Kulturtat: Das natürlich-warme Glühen des Wolframfadens wird abgelöst durch künstlich-kalte Helligkeit. Selbst eine einigermassen gelungene Nachahmung des Farbspektrums der Glühlampe mit einer Fluoreszenzlampe erreicht niemals die Empfindungsqualität des Glühlampenlichtes, von den LED-Lampen ganz zu schweigen. Die negativen Folgen eines Glühlampenverbotes für die Lebensqualität sind nicht zu unterschätzen.
Gewiss haben Sie mit Ihrem Bundesamt die wichtige Aufgabe, für einen rationellen Energieeinsatz zu sorgen, soweit dies in Ihren Möglichkeiten liegt. Aber die von Ihnen vorgesehenen und durchgesetzten Massnahmen dürfen nicht einem eindimensionalen Spezialistendenken entspringen. Energiesparen um jeden Preis, zum Beispiel um den Preis des unmittelbaren Wohlbefindens und der Gesundheit der Bevölkerung, ist der falsche Weg.
Überall, auf allen Gebieten, muss das Ganze im Auge behalten werden. Ziel ist die Förderung der Gesundheit der Bevölkerung und die Schonung der Umwelt insgesamt. Mit einem Glühlampenverbot leisten Sie – wenn überhaupt – nur einen minimalen Beitrag zu dem von Ihnen anvisierten Teilziel der Senkung des Elektrizitätsverbrauchs. Dieser minimale Energiesparbeitrag steht in keinem Verhältnis zu den Nachteilen, die ein Glühlampenverbot mit sich bringt. Und allen anderen Teilzielen, die dem Ganzen dienen müssten, arbeiten Sie mit einem Glühlampenverbot direkt entgegen.
Sehr geehrter Herr Dr. Steinmann, wir bitten Sie um Ihre ehestmögliche Stellungnahme zu den unter Punkt 1 bis 3 dieses Offenen Briefes angeführten Aussagen.
Mit freundlichen Grüssen
Peter Schlegel, Dipl. Ing. ETH/SIA
Beilagen
1 Sparlampe weg – Migräne weg! Ein Fallbeispiel
2 Alarm: Angriff auf die gute alte elektrosmogarme Glühbirne?
3 K-Tipp Nr. 7, 11. April 2007: Sparlampen: „Weg vom Kopf!“
4 Hallberg, Ö.; Oberfeld, G.: Brief an den Herausgeber: Werden wir alle elektrosensitiv? Electromagnetic Biology and Medicine, 25: 189–191, 2006
CH-8133 Esslingen, 10. Juni 2007
www.buergerwelle-schweiz.org
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Sparlampe weg – Migräne weg!
Ein Fallbeispiel
Im K-Tipp Nr. 7 vom 11. April 2007 erschien ein Interview mit Peter Schlegel (Bürgerwelle Schweiz) über die Gesundheitsrisiken von Stromsparlampen.
das K-Tipp-Interview als pdf-Datei
Am 5. Mai 2007 ging bei der Bürgerwelle Schweiz das folgende Mail ein:
Guten Tag Herr Schlegel
Mit grossem Interesse las ich Ihr Interview im K-Tipp über die Strahlung von Sparlampen.
Mein Sohn (21) hatte bis anhin eine Tischleuchte mit Sparlampe. Er klagte oft über heftige Kopfschmerzen, unausstehliche Migräne und starkes Augenleiden. Die Distanz zur Tischleuchte betrug ca. 30 cm.
Wir wussten natürlich nichts über die starken Strahlungen, welche solche Lampen von sich geben und sandten ihn daher zum Augenarzt, welcher nur eine minime Korrektur für die Brillengläser verschrieb. Selbst hatte der Arzt keine Erklärung. Unser Sohn erlebte wirklich alle Symptome, die Sie im Artikel beschrieben haben.
Nun haben wir ihm eine neue 230 Volt-Halogen-Tischlampe gekauft – und sämtliche Beschwerden sind vorbei.
Meine Frage nun an Sie ist, ob auch Halogen-, Neon- und die sogenannten Touch-Lampen Elektrosmog erzeugen und strahlen. Bei den Nachttischen haben wir solche Touchlampen, bei welchen man nur den Metallfuss berühren muss, um sie anzuzünden. Am Schreibtisch habe ich eine Neonröhre, und Halogenlampen haben wir als Leselampe im Wohnzimmer. Alle diese Lampen sind sehr nahe am Kopf.
Danke für eine Antwort diesbezüglich.
Lieben Gruss
Dieter Aeppli
8117 Fällanden
Kommentar und Antwort der Bürgerwelle Schweiz:
Eine Touch-Lampe von Dieter Aeppli haben wir einige Tage später mit dem Spektrum-Analysator und mit einem Messgerät für niederfrequente Felder ausgemessen. Die Messresultate werden demnächst unter www.buergerwelle-schweiz.org veröffentlicht.
„Neonröhren“ (besser: Fluoreszenzröhren) können entweder magnetische Vorschaltgeräte oder neuerdings – wie die Energiesparlampen – ebenfalls Hochfrequenz-Vorschaltgeräte haben. Mit Hochfrequenz-Vorschaltgeräten senden Fluoreszenzröhren im Prinzip dieselbe, mit 100 Hertz gepulste elektromagnetische Strahlung im Kilohertz-Frequenzbereich aus wie die Sparlampen. Es gibt jedoch einen Unterschied: Bei den Sparlampen ist das Vorschaltgerät in der Lampe selbst integriert. Die Vorschaltgeräte von Fluoreszenzröhren sind nicht in der Lampe, sondern in den oft abschirmend wirkenden (geerdeten) Blechverschalungen des Leuchtenkörpers eingebaut. Daher ist bei Fluoreszenzröhren die elektromagnetische Strahlung in günstigen Fällen geringer als bei Sparlampen. Wie es sich wirklich verhält, muss im Einzelfall gemessen werden.
Halogenlampen sind bezüglich elektrischer Felder nichts anderes als Glühbirnen. Beide Typen erzeugen in unmittelbarer Nähe ein beträchtliches elektrisches 50 Hertz-Feld, das mit der Distanz rasch abnimmt. Deshalb waren Nachttischlampen (zusammen mit Lampengestell und Anschlusskabel) in Kopfkissennähe für manche elektrosensible Menschen schon immer ein Problem, gleichgültig, ob ein- oder ausgeschaltet.
Mit den sogenannten „Halogen-Niedervoltlampen“ mit Transformer im Lampenfuss begann ein zusätzliches Problem: Der Transformer erzeugte in Lampennähe (ca. 0.5 - 1m) ein beträchtliches magnetisches 50 Hertz-Feld. Wo der Lampenschalter den Strom erst nach dem Transformer unterbricht (das ist vor allem bei älteren Modellen der Fall), besteht dieses Magnetfeld sogar Tag und Nacht durchgehend, weil der Transformer ständig unter Spannung steht. Entsprechend nahmen die Beschwerden zu.
230 Volt-Halogenlampen erzeugen demgegenüber kein zusätzliches Magnetfeld. Sie sind wie gewöhnliche Lampen mit Glühbirnen zu bewerten.
www.buergerwelle-schweiz.org
2. Juni 2007
Alarm: Angriff auf die gute alte elektrosmogarme Glühbirne?
diesen Text als pdf-Datei
„Die australische Regierung möchte die herkömmliche Glühbirne verbieten – eine gute Idee, findet der deutsche Umweltminister. Berlin. – Die Tage der herkömmlichen Glühbirne – einst Inbegriff des Fortschritts – sind offensichtlich gezählt. Nachdem die australische Regierung vergangene Woche angekündigt hat, im Kampf gegen den Klimawandel Glühbirnen zu verbieten, beginnt man auch in Europa über die eher ineffiziente Birne nachzudenken. So hat der deutsche Bundesumweltminister Sigmar Gabriel in einem Brief an den EU-Umweltkommissar vorgeschlagen, die herkömmlichen Glühbirnen aus den europäischen Märkten zu verdrängen. 'Der Standort Europa kann sich eigentlich keine Produkte mehr leisten, die wie herkömmliche Glühbirnen einen Effizienzgrad von nur 5% aufweisen', zitierte 'Bild am Sonntag' aus einem Brief Gabriels an den EU-Umweltkommissar Stavros Dimas. Studien zufolge könnte durch die Umstellung von Glühbirnen auf Energiesparlampen in Haushalten jährlich etwa 25 Millionen Tonnen CO2 in Europa eingespart werden.[...]“ (Tages-Anzeiger vom 26.02.2007)
Die Energiesparlampe ist nicht die Lösung!
Für die elektrosensiblen Menschen, die einen wachsenden Anteil der Bevölkerung ausmachen, würde ein totales Glühlampenverbot Alarmstufe Eins bedeuten: Rückkehr zur Kerze, zumindest in der engeren Wohnumgebung. Doch Kerzenlicht ist zwar schön, aber nicht überall ausreichend. – Viele Menschen wissen aus eigener Erfahrung: Energiesparlampen in Kopfnähe verursachen Kopfdruck, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwindel, „inneres Vibrieren“, Augenprobleme...... Warum?

1. Das hochfrequente Feld: Jede Energiesparlampe ist nichts anderes als eine kompakte Fluoreszenzröhre (im Volksmund fälschlich „Neonlampe“). Sie enthält ein Vorschaltgerät, wie es auch bei den Fluoreszenzröhren in der Leuchte eingebaut ist. Dieses Vorschaltgerät wandelt die 50 Hertz-Netzstromfrequenz in eine solche von z.B. 40'000 Hertz (40 Kilohertz) um. Dabei entsteht ausserdem eine niederfrequente periodische Pulsung von 100 Hertz – eine Frequenz, wie sie beispielsweise ein langsam eingestellter Schlagbohrer hat. Diese Pulsung ist bei einzelnen Lampenfabrikaten sehr ausgeprägt, wie zum Beispiel im nebenstehenden Messdiagramm.
Das Messdiagramm zeigt die einzelnen Impulse. Es sind deren 100 pro Sekunde (= 100 Hz; jeder Impuls enthält 400 Schwingungen der Trägerfrequenz von 40 kHz). Jede Energiesparlampe ist also ein kleiner „Infra-Langwellen-Radiosender“, der einen 100 Hertz-Ton in die Runde sendet, solange die Lampe eingeschaltet ist. Dieser Ton kann am Messgerät hörbar gemacht werden (g/gis). 2. Das niederfrequente Feld: Neben diesem hochfrequenten elektrischen Feld erzeugen die Energiesparlampen auch ein mehrfach höheres elektrisches 50 Hz-Wechselfeld als die gewöhnlichen Glühbirnen. – Natürlich kann eine ganze Leuchte mit Glühbirne (z.B. eine Nachttischleuchte) ebenfalls ein sehr starkes elektrisches Wechselfeld erzeugen, gleichgültig, ob ein- oder ausgeschaltet. Die Ursache sind dann aber das metallene Leuchtengestell und das bis zur Birne eingezogene Elektrokabel. Die Glühbirne allein würde nur ein schwaches Feld erzeugen. Gut geerdete Leuchten mit abgeschirmtem Anschlusskabel sind daher sehr feldarm.
Wo sind Energiesparlampen sinnvoll?
Energiesparlampen sparen dort wirklich viel Strom, wo sie langdauernd brennen. Besonders energiesparend sind sie dort, wo sie in Klimaanlagen den sommerlichen Energieaufwand zur maschinellen Gebäudekühlung vermeiden oder verringern, weil sie weniger Abwärme produzieren. Doch denselben Dienst tun auch die Fluoreszenzröhren. – Dem stehen die von den Energiesparlampen verursachten Beschwerden und Gesundheitsprobleme entgegen. Immerhin: je grösser die Raumhöhe, desto geringer ist (bei Deckenbeleuchtung) die Wahrscheinlichkeit gesundheitlicher Beeinträchtigungen. Im Einzelfall ist zu prüfen, wo Energiesparlampen möglich sind, z.B. bei grosser Raumhöhe in Warenhäusern oder in grossen Sälen; für das ständig anwesende Personal können sie allerdings auch dort ein Problem darstellen. Sie können sinnvoll sein in Korridoren und Kellerräumen mit Dauerbeleuchtung, wo sich niemand längerdauernd aufhält. In der Aussenbeleuchtung sind sie in der Regel kein gesundheitliches Problem.
Energiesparlampen falsch eingesetzt
Gesundheit: Energiesparlampen haben nichts zu suchen im engeren Wohn-, Schlaf- und Arbeitsbereich. Auf keinen Fall sollen sie in Arbeitsplatz- und Nachttischleuchten eingesetzt werden, wo der Kopf am allernächsten bei der Lampe ist.
Lichtqualität: Trotz aller Anstrengungen der Industrie für eine etwas angenehmere Lichtfarbe reicht keine Energiesparlampe an die Glühbirne heran. Für das feine Empfinden ist und bleibt ihr Licht „künstlich“. Das ist vor allem im Wohnbereich wichtig. Es ist nicht das warme Glühen eines erhitzten Drahtes, sondern das „kalte Leuchten“ des auf der Innenseite des Glaszylinders angebrachten chemischen Belages. Gelingt der Energiesparlampe – trotz jahrelangem Trommelfeuer mit Energiesparpropaganda – vor allem auch deshalb der Durchbruch nicht? Weil in der Bevölkerung noch ein gesundes Empfinden für eine wirkliche Lichtqualität herrscht?
Energiesparen: Soll der Durchbruch für die Energiesparlampe jetzt durch Regierungsverdikt erzwungen werden? – Man prüfe: Von wem stammt eine Energiespar-Prognose? Von der Lampenindustrie? Oder von der industriefreundlichen Regierungsstelle selber? Prognosen überschätzen den Spareffekt, wenn sie bloss den bisherigen Verbrauch für die Haushaltbeleuchtung durch den Stromsparfaktor einer Sparlampe teilen. Denn Sparlampen lässt man erfahrungsgemäss eher eingeschaltet („sie spart ja Strom, da kann ich sie schon kurz eingeschaltet lassen“), und man installiert mehr Beleuchtung. Ausserdem trägt im Wohnbereich die Abwärme der Lampen meist zur Raumheizung bei, wird also genutzt, falls die Raumheizung thermostatisch geregelt ist. Dieser Heizungsbeitrag muss vom berechneten Spareffekt abgezogen werden. – Viel mehr Strom als mit der Beleuchtung kann im Privathaushalt gespart werden mit einem vernünftigen Kauf und Einsatz von Geräten und mit dem Ausschalten des stromfressenden Standby-Betriebs elektrischer und elektronischer Geräte.
Warum sollen wir also ausgerechnet mit Energiesparlampen Strom sparen, wenn sie gesundheitlich bedenklich sind, eine schlechtere Licht-Empfindungsqualität haben und mit anderen Massnahmen viel mehr Strom gespart werden kann? Nur damit die Industrie so mehr Geld verdienen kann? Und damit Energiesparexperten ihr Erfolgserlebnis haben? Und Politiker bequem sagen können, sie hätten etwas für das Klima getan?
Warnung vor der Energiesparlampe in Konsumentenzeitschriften
In den folgenden Zeitschriften wurde bisher vor Energiesparlampen gewarnt (Auswahl):
BEOBACHTER 3/2004 „Lampen können Ihre Gesundheit gefährden. – Energiesparlampen werden als saubere und sparsame Alternative zu Glühbirnen gepriesen. Was dabei aber verschwiegen wird: Sie erzeugen Elektrosmog.“ – Elektrische Wechselfelder von Energiesparlampen überschreiten die Grenzwerte der TCO-Empfehlungen bei weitem.
SALDO 1/2005 „E-Smog: Beruhigen statt forschen. – Zwei Bundesämter behaupten, der Elektrosmog sei bei Sparlampen kein Problem. Die Hersteller zahlten an die Studie.“
CASA NOSTRA (Hausverein Schweiz) vom 10.03.05 übernimmt die kritische Beurteilung des SALDO-Artikels.
TEST 1/2006 „Erst ab 1,50 Meter Abstand unterschritten alle Sparlampen den TCO-Richtwert.“ „Tipp: ... Energiesparlampen nur in Wand- und Deckenleuchten einschrauben. In Steh, Schreibtisch- oder Nachttischleuchten sollte man sie nur benutzen, wenn ein grösserer Abstand gewahrt bleibt.“
Das BAG-/BFE-Merkblatt „Elektromagnetische Felder von Energiesparlampen“1 : Verharmlosung im Dienste der Lampenindustrie
Dieses Merkblatt des Bundesamtes für Gesundheit BAG und des Bundesamtes für Energie BFE schützt die Lampenindustrie, nicht die Bevölkerung. Es sagt, Energiesparlampen seien völlig unbedenklich. Aber diese Aussage kommt zustande, weil ein ungeeignetes, zu tiefe Messwerte lieferndes Messverfahren angewandt wurde, und weil die aus der Praxis seit vielen Jahren bekannten Beschwerden infolge Energiesparlampen ignoriert werden.
Das BAG-/BFE-Merkblatt1 basiert auf einem Messbericht von Dr. G. Dürrenberger (Forschungsstiftung Mobilkommunikation an der ETH Zürich, eine Stiftung der Mobilfunkindustrie) und Dr. Georg Klaus, Maxwave AG, mit dem Titel „EMF von Energiesparlampen: Feldmessungen und Expositionsabschätzungen mit Vergleich zu anderen Quellen im Alltag“ vom November 2004. Er wurde von der Osram AG und der Philips AG Lighting unterstützt. Der Bericht entstand offensichtlich als Reaktion auf den BEOBACHTER-Artikel vom Anfang desselben Jahres. Untersucht man die Aussagen des Berichtes, so wird klar: Der Bericht hat den vorbestimmten Zweck, die Energiesparlampe als gesundheitlich harmlos und als empfehlenswert darzustellen.
Der Bericht vergleicht die Messwerte mit den offiziellen (gesetzlichen) Grenzwerten (ICNIRP; NISV; EN50366) und stellt deren Einhaltung fest. Diese Grenzwerte sind jedoch bekanntlich ausgesprochen industriefreundlich festgelegt worden. Vor 20 Jahren wurde dies z.B. an der ETH noch offen zugegeben. Prof. P. Leuthold wandte sich 1986 in dem vom damaligen Eidg. Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement in Auftrag gegebenen Bericht „Beeinflussung der Umwelt durch elektromagnetische Felder“ ausdrücklich gegen eine „... allzu restriktive Handhabung von Grenzwerten“, da eine solche „die Nutzung der Technik unverhältnismässig verteuern und oft auch die Weiterentwicklung behindern“ könne. Heute wird nicht mehr offen so argumentiert, aber die Denk- und Handlungsweise ist dieselbe geblieben.
Der Schlusssatz des Berichtes lautet wörtlich: „Der Einsatz von Energiesparlampen zur Reduktion von Energieverbrauch und Umweltbelastung wird weiterhin empfohlen!“ Damit klassiert sich der Bericht selber als ein industrieabhängiges Auftragsgutachten.
Die Aussagen des Berichtes müssen vor dem Hintergrund der immer stärkeren Einflüsse der Wirtschaft auf die Gesetze, Normen und Empfehlungen gebenden Instanzen gesehen werden. Stellvertretend dafür sei das WHO Fact Sheet Nr. 296 vom Dezember 2005 erwähnt (www.who.int/mediacentre/factsheets/fs296/en/). In diesem Faktenblatt wird von den EMF als Gesundheitsrisiko klar abgelenkt. Den Ärzten, Betroffenen, Regierungen und Forschern wird ausdrücklich nahegelegt, sie sollten für behauptete Symptome infolge Elektrosensitivität andere Ursachen wie Wohngifte, Lärm, schlechte Beleuchtung oder ergonomische Faktoren suchen oder diese Symptome mit psychologischen bzw. psychopathologischen Zusammenhängen erklären!
Eine weitere Erklärung für die Gegenreaktion der Bundesstellen auf die genannten Zeitschriftenartikel, in denen die Energiesparlampen kritisiert werden, sind die schon seit vielen Jahren unternommenen Anstrengungen von Energieexperten, Behörden und Industrie, die Energiesparlampen zu einem Hauptpfeiler der Stromsparbemühungen zu machen. Würden jetzt die Risiken dieser Lampen plötzlich doch zugegeben, so käme das einer Kehrtwendung gleich.
Eine solche Kehrtwendung wäre jedoch nötig, wenn man der Gesundheit der Bevölkerung und der Lichtqualität den Vorrang gibt gegenüber einem – wahrscheinlich sowieso weit überschätzten – Energiesparerfolg in einem kleinen Teilbereich.
Das von diesem Bericht abgeleitete BAG-/BFE-Merkblatt1 hat denn auch dieselben gravierenden Mängel:
Von der Pulsung des elektrischen Feldes mit 100 Hertz steht im Merkblatt kein Wort. Das zeigt, dass für die Berichtsverfasser und für die Bundesämter die nichtthermischen (biologischen) Wirkungen elektromagnetischer Felder kein Thema sind und sie die Forschungsergebnisse und die umfangreichen Praxiserfahrungen mit der besonders aggressiven gepulsten Hochfrequenzstrahlung nicht kennen oder nicht zur Kenntnis nehmen wollen.
Das Merkblatt behauptet, die schwedische TCO-Empfehlung für Computerarbeitsplätze sei durch Energiesparlampen bei weitem eingehalten2. Diese Behauptung ist falsch. Sie beruht darauf, dass Dürrenberger/Klaus nicht die gemäss TCO vorgeschriebene Messmethode angewandt haben, sondern eine andere Messmethode, die wesentlich niedrigere Messwerte liefert3. Misst man TCO-konform (d.h. mit der TCO-Tellersonde), so sind die TCO-Richtwerte durch Energiesparlampen vor allem in Kopfnähe massiv überschritten.
Das Merkblatt behauptet zudem, die TCO-Empfehlung sei für Lampen ungeeignet, weil diese Empfehlung auf Computerbildschirme zugeschnitten sei, deren Gehäuse gut abgeschirmt werden könne, Lampen aber nicht immer. – Dem ist zu entgegnen: Grenz- und Richtwerte sollen Menschen schützen. Die Hersteller haben sich nach diesen Schutzanforderungen zu richten. Wenn die TCO-Richtwerte wirklich schützen – und das tun sie recht gut – dann kann man sie nicht für Lampen als ungeeignet bezeichnen, nur weil die Lampenindustrie bisher noch nicht an einen solchen Schutz gedacht hat! – Diese Behauptung entlarvt das Denken, das dahinter steht: Grenz- und Richtwerte sollen offenbar vor allem die Industrie schützen statt die Konsumenten und Anwender.
1 www.electricity-research.ch/scripts/index.php?lang=1031
2 Die recht strengen TCO-Richtwerte können wegen der bei Computerarbeitsplätzen und bei Energiesparlampen ähnlichen abgestrahlten Frequenzen am ehesten zu deren Beurteilung herangezogen werden.
3 Für die Messung von elektrischen Wechselfeldern gibt es mehrere Messmethoden, die stark unterschiedliche Werte liefern. Die TCO-Richtwerte gelten nur im Zusammenhang mit der TCO-Messmethode.
Der Einsatz von Energiesparlampen
an Aufenthaltsorten von Menschen
und vor allem in Kopfnähe
kann keinesfalls empfohlen werden.
4. Fassung, 10.März 2007
www.buergerwelle-schweiz.org
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